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Kolumne

Advent, Advent! Kein Lichtlein brennt!

22.11.2022

Daniel Rehfeld
Daniel Rehfeld

Manch einer wird sich dieses Jahr wieder eine „normale Advents- und Weihnachtszeit“ herbeigewünscht haben. Zu präsent sind die Erinnerungen an die letzten beiden Jahre, wo die Weihnachtsfeier im sprichwörtlich engsten Familienkreis stattfinden musste, gefühlt jeder Glühweinbecher desinfiziert wurde und das gemeinsame Singen der Musik aus der Konserve zum Opfer fiel. Und nun dies: Die Fussballweltmeisterschaft verschiebt den Blickwinkel von der Hauptsache auf die angeblich schönste Nebensache der Welt. Plötzlich kommt nicht nur die Kirche, sondern auch die Wirtschaft in den Clinch. „Fussball und Weihnachten sind aus werblicher Sicht beides total relevante Themen“, liess sich die Geschäftsführerin einer Werbeagentur in der „NZZ am Sonntag“ zitieren. Im Stillen musste ich schmunzeln, obwohl die Aussage unverblümt zum Ausdruck bringt, welche Bedeutung Weihnachten für den Grossteil unserer Gesellschaft hat. Auch auf das besinnliche Lichtermeer werden wir dieses Jahr wohl verzichten müssen. Kerzen sind zwar während der angekündigten Energiekrise (neben Brennholz) zu einem wertvollen Gut mutiert. Dafür soll die Weihnachtsbeleuchtung kürzer oder gar nicht leuchten, den Kirchtürmen wird der Stecker gezogen und in den Wohnungen sollte man sich einen zusätzlichen Pullover überziehen. Und apropos Frieden: Wenn man die neuesten Zwischenfälle an der ukrainisch-polnischen Grenze betrachtet, scheint zumindest eine Entspannung der Situation in weiter Ferne zu liegen.

Zugegeben – im Vergleich mit anderen Ländern dieser Welt geht es uns immer noch gut. Rein materiell. Wie es in Herz und Seele aussieht, ist wieder eine andere Frage. Und doch erinnert mich die Weltlage sehr an die Prophezeiung von Jesaja: „Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir“ (Jes 60,2). Das ganze Kapitel weist unmissverständlich auf das Licht der Welt, auf Jesus Christus, den Friedefürsten hin. Auf dessen Wiederkunft wir Christen warten und dessen irdische Geburt wir an Weihnachten feiern. „Mehr Licht“, soll Dichter Goethe auf seinem Sterbebett gefordert haben. Wie schade, dass er das Licht der Welt nicht früher erkannt hat. Die Weihnachtsbeleuchtung mag dieses Jahr bescheidener ausfallen, ich hoffe, dass unser Licht dafür umso heller leuchtet.

Daniel Rehfeld, Chefredaktor

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