Grüezi

Grüezi

Bewegt sich Chrischona?

Portrait von Christian Stricker

Von: Christian Stricker

«Ist das Chrischona-Werk in Bewegung?» Das wurde ich vom Chefredaktor gefragt im Zusammenhang mit diesem «Grüezi». Aber eigentlich ist das eine unpräzise Frage. Denn verängstigte, aufflatternde Fledermäuse sind auch in Bewegung. «Ist das Chrischona-Werk gut in Bewegung?» Das interessiert vor allem.

Bei mehreren Menschen in meiner Chrischona-Umgebung spüre ich, mit welchem Einsatz sie Mitmenschen liebevoll umwerben, damit sie sich darauf einlassen, wirklich einmal am christlichen Glauben zu schnuppern. Familienmamas leben da für Alphakurse, starke junge Männer dafür, dass ihre Kollegen mitkommen in einen Gottesdienst. Und oft geschieht dieses herzliche Umwerben über Gemeindegrenzen hinweg. Es beeindruckt mich eine Chrischona-Werksleitung, die in einer Retraite über Verse aus Jesaja 61 und 1. Petrus 2 stolpert, das Reden Gottes wahrnimmt und sich mutig Zeit nimmt, sich darauf konzentriert, Schlüsse heranreifen lässt.

Vor einer Woche erzählte mir ein Freund im OL-Training, er habe kürzlich das erste Mal eine Chrischona-Gemeinde besucht. «Es beeindruckte mich die Nähe, die Gemeinschaft, das Miteinander. Kaum im Gebäude, war das mit Händen zu greifen, einfach speziell.» Im Zusammenhang mit dem Sponsorenlauf vom 14. März auf St. Chrischona erlebte ich die Verwaltung der Pilgermission. Ein trockener, theoretischer Haufen? Nein, eine motivierte, kreative, engagierte Truppe! Vor einem Monat gab bei uns in der örtlichen Gemeinde in Amriswil die Mediothek ein Hilfesignal: «Wir brauchen unbedingt bessere Rahmenbedingungen.» Sie hätten erleben sollen, wie Ehrenamtliche, die Baukommission nämlich, darauf reagierte. Klar, die Zeit war reif. Aber dass wir jetzt am letzten Sonntag bereits die Einweihung der neuen Mediothek feiern konnten, stimmt mich sehr dankbar.

Das Chrischona-Werk ist in Bewegung. Aber sind wir Christen genügend in Bewegung? Um Grenzen zu Menschen aus anderen Kulturen, anderen Generationen echt überwinden zu können, braucht es Kreativität, Kraft, Geduld, viel, viel Liebe über eine lange Zeit hinweg. Sind wir eine Kraft-Geduld-Bewegung? Um den heutigen Herausforderungen in Wirtschaft, Umwelt, soziologischen Umwälzungen wirksam begegnen zu können, braucht es kein Jammern, keinen Rückzug, keine frommen Floskeln, sondern Selbstreflexion, die Bereitschaft, sich aufrütteln zu lassen, neues Denken. Sind wir eine selbstkritische, erwachende Bewegung, die zuvorderst auf dem Stuhl sitzt und die Ohren weit offen hat für Gottes neue Pläne?

Das Chrischona-Werk, seine Verantwortlichen und Besucher haben viel Grund, sich an guten Anfängen zu freuen und gleichzeitig alles daran zu setzen, damit Gott sie fit hält und fit macht. Denn wo sich Menschen vom lebendigen Gott einspannen lassen, ist viel möglich. Das hat bereits Chrischona-Gründer Christian Friedrich Spittler vor 170 Jahren erfahren.

Christian Stricker ist Pastor der Chrischona-Gemeinde Amriswil und Leiter des Godi-Network.

Biblisch

Biblisch

Ein Lieblingsbibelwort

Portrait von Roland Büchel

Von: Roland Büchel

«Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.» (Lukas 6,37)

«Keiner soll andere Menschen verurteilen. Doch seien wir ehrlich: Kennen wir den schmalen Grat zwischen «verurteilen» und «beurteilen» im Sinne von ?einschätzen?? Es ist nicht ohne Grund, dass Jesus oft in scharfer Form menschliche Schwächen und Sünden anspricht. Und sie auch verurteilt. Er darf das. Richter müssen das. Wir anderen sind weder Richter noch Gott. Deshalb sollten wir vorsichtig sein. Denn: Wenn wir richten und urteilen, begeben wir uns auf das «Hoheitsgebiet» Gottes und der Richter. Da gehören wir nicht hin. Leben wir mit Herz, vergeben wir Fehler!  Fangen wir bei uns selbst an. Es fällt uns dann bei unseren Mitmenschen leichter.»

Roland Büchel ist neues SVP-Mitglied des Nationalrates und Sportmanager aus Oberriet SG.

Wörtlich

Wörtlich

Von: Walter Stauffacher

«Ich bin fest überzeugt, dass Gott seine schützende Hand über uns gehalten hat. Wir beten für den Schutz von Riehen, und wir haben Vertrauen.»

Walter Stauffacher, Betriebsleiter der Pilgermission St. Chrischona, zum Treiben eines Brandstifters in Riehen, der auch schon zweimal versuchte, auf St. Chrischona Feuer zu legen, in der «SonntagsZeitung». Beide Male konnte das Feuer von den Chrischona-Bewohnern selber gelöscht werden.

Äxgüsi

Äxgüsi

Familie Strauss

Portrait von Thomas Hanimann

Von: Thomas Hanimann

Alles schien so schön im Inselstaat. Doch wie ein heftiger Wolkenguss entleert sich plötzlich heftige Kritik direkt über der Schweiz. Davon handelt die kleine Geschichte.
Familie Strauss war dabei, sich auf der sandigen Wiese der kleinen Insel mit saftigen Kräutern zu verköstigen, als plötzlich ein heftiges Unwetter über sie hereinbrach. Der Donner krachte unmittelbar auf den hellen Blitz, der für einen Moment die ganze Insel erhellte. Heftige Windböen zerzausten die Gefieder der urwüchsigen Vögel. Sintflutartig verwandelte der Regen die trockene Wiese in einen grossen Teich. Die hübsche Tochter Stella Strauss reagierte vorbildlich, indem sie nach Straussenregel sofort den Kopf in den Sand steckte. So stand sie lange «muckssträusschen»still. Heftig erschrocken rannte der Junge Simi los. Er kam aber bald ans Ufer und war gezwungen, die Richtung zu ändern. So rannte er weiter, ohne nach links und rechts zu schauen immer der Küste entlang um die kleine Insel - wahrscheinlich rennt er heute noch. Die alleinerziehende Straussenmutter hatte in ihrem von Krisen geschüttelten Leben oft Mut gebraucht. Diesen nahm sie jetzt zusammen und attackierte die grellen und gefährlichen Blitze, indem sie mit lautem Gezeter auf sie zuhüpfte und heftig mit den Flügeln um sich schlug. Nur das kleine einbeinige Straussenkind, das weder kämpfen, noch rennen, noch lärmen konnte, schaute einen Augenblick auf und entdeckte einen kleinen, aber sicheren Unterstand. Das kleine Straussenhirn arbeitete für einmal ziemlich flink. Und so flink es auf einem Bein ging, hüpfte es dorthin und freute sich an den Gräsern, die wohl ein freundlicher Wildhüter dort hingelegt hatte.

Thomas Hanimann ist Medienbeauftragter bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) in Zürich. Er wohnt in Schaffhausen.

Synergie

Synergie

Unternehmen im Jüngerschaftsprozess

Portrait von Stefan Jakob

Von: Stefan Jakob

In meinem letzten Artikel im Dezember habe ich von unserem Traum geschrieben, dass das Reich Gottes in der Schweizer Wirtschaft immer mehr sichtbar und spürbar wird und es immer mehr «Reich Gottes Unternehmen» oder «Kingdom Companies» gibt. Damit das nicht nur ein Traum bleibt, haben wir uns die Frage gestellt, wie sich ein Unternehmen in diese Richtung entwickeln kann.

Ich will den Prozess mit folgendem Bild vergleichen: Durch einen persönlichen Entscheid, eine «Bekehrung», wurde ich Christ. Ich nahm die Vergebung an und stellte mein Leben unter Gottes Herrschaft. Ähnlich ist es mit einem Unternehmen. Es braucht einmal den Entscheid der Besitzer und der Geschäftsleitung, das Unternehmen ganz unter Gottes Herrschaft zu stellen. Dies ist entscheidend. Aber damit ist es nicht getan. Es ist erst der Start in ein neues Leben.

Im Missionsbefehl in Matthäus 28,18-20 gibt uns Jesus den berühmten Auftrag: Menschen sollen nicht nur «Namenchristen» sein, sondern «zu Jüngern» gemacht werden. Sie sollen alles von Jesus lernen, und es soll in ihren Leben sichtbar werden. Genauso ist es auch mit einem Unternehmen: Es braucht nicht nur eine «Bekehrung» - sonst haben wir einfach ein dem Namen nach christliches Unternehmen -, sondern es braucht einen «Jüngerschaftsprozess». Es geht darum, dass Gott immer mehr Raum einnimmt, dass alte Muster erkannt, eliminiert und durch Gottes «Muster», den biblischen Prinzipien, ersetzt werden. Das umfasst alle Unternehmensbereiche.

Ich mache Ihnen Mut, Ihr Unternehmen ganz Gott zu weihen und diesen Jüngerschaftsprozess in Angriff zu nehmen. Das geschieht nicht von selbst, sondern ist ein bewusster Prozess. Dazu braucht es, wie im persönlichen Leben auch, andere Christen, die unterstützend mitwirken. Als Standortbestimmung und zur Förderung dieses «Jüngerschaftsprozesses» für Unternehmen haben wir eine «Biblische Unternehmensanalyse» entwickelt. Sie hilft einem Unternehmen und den Unternehmern, ganzheitlich zu sehen, wo sie stehen, und gibt davon ausgehend konkrete Hilfen, damit sich das Unternehmen immer mehr in ein «Reich Gottes Unternehmen» entwickeln kann.

Stefan Jakob ist Unternehmensberater und Geschäftsführer vita perspektiv ag in Heimberg.

Podium

Podium

Wir sind wir

Portrait von Andreas Brönimann

Von: Andreas Börnimann

Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Neutralität gehören zu den wichtigsten politischen Grundsätzen unseres Landes. Die Schweiz hat in Sachen Qualität und Wohlstand einen sehr guten Namen. Das schürt auch Neid und Missgunst. Unverständlich ist zum Beispiel das Verhalten von Deutschland. Zuerst wurde die Schweiz betreffend Anflugschneise zum Flughafen Zürich-Kloten schikaniert, dann kamen die überheblichen Begehrlichkeiten von Finanzminister Steinbrück mit den beleidigenden Indianergeschichten. Neuerdings kauft die deutsche Regierung sogar von Schweizer Banken gestohlenes Diebesgut.

Europaweit, ja gar weltweit wird vielfach mit begehrlichen und neidvollen Blicken über den Grenzzaun in die Schweiz geschaut. Im Zentrum des Interessens steht meistens unsere Schatzkammer, die im Gegensatz zu andern Staaten noch nicht ganz leer ist. Ein Dorn im Auge sind vielen Ländern auch unsere vergleichsweise günstigen Steuern, die den Standort Schweiz für ausländische Firmen und Investoren attraktiv machen. Viele Menschen bringen ihre Ersparnisse in die sichere Schweiz. Sie sind überzeugt, dass ihr Geld im Alter noch auf dem Sparheft liegt und nicht durch Inflation oder Korruption verschwunden ist. Sie haben Vertrauen in unser Rechtssystem und die stabile politische Landschaft. Sicher werden auch Gelder mit unlauterem Hintergrund in der Schweiz angelegt. Hier müssen selbstverständlich Anstrengungen zur Bekämpfung vorgenommen werden.

In unserer Zeit der Aufarbeitung der Wirtschafts- und Finanzkrise ist es wichtiger denn je, dass unsere Regierung ohne falsche Demut die Interessen des Landes vertritt. Wenn wir unsere Unabhängigkeit verlieren, werden wir fremdbestimmt, und das wird sicher nicht zu unserem Vorteil sein. Bleiben wir selbstbewusst und unabhängig.

Andreas Brönimann ist Nationalrat der EDU und Unternehmer. Er wohnt in Belp BE.

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Heft 10/2010

Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe

Titelblatt 2010-02
  • Wohin läuft Chrischona? Direktor Markus Müller zum 170-Jahre-Jubiläum der Pilgermission
  • Kulturfenster: PrixPlus 2010 geht an zwei Tänzerinnen
  • Weizenkorn: Basler Stiftung half schon 1500 Personen
  • Olympiade: Fränzi Mägert - auch ohne Medaille dankbar

Titelstory

Kirche & Konfessionen 10.03.10

«Der Name «Pilgermission? ist mehr denn je aktuell»

Portrait von Markus Müller

«Die Lebendigkeit einer Chrischona-Gemeinde misst sich an der Leidenschaft für Gott, für die Menschen und für die Zukunft dieser Welt.» Dies erklärt Direktor Markus Müller im Gespräch zum 170. Geburtstag seines Werkes. Gleichzeitig legt er dar, warum der Name «Pilgermission St. Chrischona» noch immer aktuell sei. mehr...

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Aktuelles

Politik & Gesellschaft 10.03.10

EVP verliert Sitze in Zürich und Winterthur

Der neu gewählte Riehener-Gemienderat mit Blumensträussen in den Händen.

Die Stimmberechtigten des Kantons Zürich und in Riehen BS bestellten am Wochenende ihre Stadt- und... mehr...

Familie & Bildung 17.02.10

«Wachsende Intimität» lockte 60 Ehepaare an

Langer Tisch schön gedeckt an einem anlass der Marriage Week

Letzte Woche konnten Ehepaare in der ganzen Schweiz Anlässe zur Stärkung ihres gemeinsamen Bundes... mehr...

Kongresse & Veranstaltungen 10.03.10

Als Christ leben, wie es Jesus tat

Jürg Wüthrich referiert

«Gott braucht hundsgewöhnliche Menschen, um gewaltige Dinge zu tun.» Dies betonte Jürg Wüthrich am... mehr...

Mission & Evangelisation 10.03.10

Keine Schäden für Chrischona-Gemeinden

Massive und tödliche Folgen hatte der Orkan «Xynthia», der am 27. Februar die Küstengebiete im... mehr...

Medien & Wirtschaft 10.03.10

1500 Personen beim Wiedereinstieg unterstützt

Zwei Hände schleifen ein grünes Holsspielzeugteil

Die Geschützten Werkstätten Weizenkorn in Basel bieten seit dreissig Jahren Ausbildungs- und... mehr...

Kirche & Konfessionen 10.03.10

Ausbildung auf klar biblischer Basis

Portrait von Horst Schaffenberger

Die einfache biblische Lehre kommt in mancher Gemeinde zu kurz. Das stellt Seminarleiter Horst... mehr...

Amtsträger & Persönlichkeiten 10.03.10

Sie legte ihren Frust in Gottes Hand

Fränzi Mägert-Kohli fährt auf dem Snowboard um ein Tor

Fränzi Mägert-Kohli ging als Favoritin nach Vancouver. Sie kehrte jedoch ohne Medaille nach Hause... mehr...

Theologie & Glaubensleben 24.02.10

Kaffee, Kritik oder Klage fasten

Vierzig Tage vor Ostern, vom 23. Februar bis 3. April, ist Fastenzeit. Verschiedene Organisationen... mehr...

Religionsfreiheit & Menschenrechte 24.02.10

Muslime drohen Juden mit Atombombe

Erez Soref, Direktor des «Israel College of the Bible», sprach am 18. Februar im vollbesetzten Saal... mehr...

Dossiers

idea Schweiz vertieft bei interessanten Themengebieten die Informationen und bietet über die Dossiers die Möglichkeit, diese Themen gezielt nachzuverfolgen.

  

Schöpfung vs. Evolution

Seit Jahrzehnten erhitzt sie die Gemüter Tausender Christen, Forscher und Wissenschaftler: die Frage nach dem Ursprung der Welt und des Lebens. Im Dossier Schöpfung versus Evolution sammelt idea Schweiz Artikel und Dokumente zu dieser spannenden Diskussion. mehr...

  

Finanzkrise

Momentan ist sie in aller Munde: die Finanzkrise. idea Schweiz hält hier für Sie die Gedanken zur Krise in der Wirtschaft fest. mehr...

  

Nahostkonflikt

Der Nahostkonflikt beschäftigt seit Jahrzehnten die Weltöffentlichkeit. idea Schweiz fasst in diesem Dossier die Artikel zusammen, welche Israel und den Konflikt im Nahen Osten thematisieren. mehr...