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Parallel-Engagement nicht vereinbar
21. Oktober 2020

SEA fordert Daniel Reglis Rücktritt

Für Lebensrechtler nicht vereinbar: Lebensschutz und Corona-Kritik unter einem Hut. Fotos: Screenshots
Für Lebensrechtler nicht vereinbar: Lebensschutz und Corona-Kritik unter einem Hut. Fotos: Screenshots
Sollte Daniel Regli Präsident von "Marsch fürs Läbe" bleiben, gibt die Schweizerische Evangelische Allianz den Austritt.

(idea/rh) - "Zum Glück gibt es Menschen, denen Werte wie Freiheit, Wahrheit und Liebe wichtiger sind als ihr Recht auf Leben." Das schreibt Daniel Regli, OK-Präsident von "Marsch fürs Läbe" (MfL) auf der Internetseite seines neuen Projekts, eines Bürgerforums, das die Corona-Politik des Bundes und der Kantone stoppen will. Und weiter im Text: "Zivilcourage hat ihren Preis! Entweder riskiert man sein Ansehen, seine Beziehungen, seine Anstellung, seine körperliche Unversehrtheit, sein Geld oder sonst einen Wert der Komfortzone."

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Regli hat sich in den vergangenen Wochen an vorderster Front gegen die Schutzmassnahmen der Behörden zu Covid-19 engagiert. Wie gegenüber anderen Medien, kritisierte Daniel Regli auch in einem Interview mit ideaSpektrum den vom Bundesrat verordneten Lockdown im Frühling: "Um 400 hochbetagten Menschen noch etwas zusätzliche Lebenszeit zu ermöglichen, mutet der Bundesrat also der ganzen Bevölkerung einschneidende Massnahmen und unermessliche Schäden zu. Das ist absolut unverhältnismässig! Und es ist rechtswidrig." Dies stehe im Widerspruch zu einem Bundesgerichtsurteil, welches "den finanziellen Wert eines alten Menschenlebens definiert hat". Daniel Regli ist sowohl Präsident des Vereins "Marsch fürs Läbe" als auch des OK, das die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen im Rahmen des "Marsch fürs Läbe" wahrnimmt.

Macht Regli weiter, tritt die SEA aus

Reglis Engagement an vorderster Front der Corona-Kritiker stösst viele Lebensrechtler vor den Kopf. Es brodelt im OK von "Marsch fürs Läbe". Die Personalie Daniel Regli stand an der Sitzung vom Montagabend auf der Traktandenliste. Sein Parallel-Engagement ist für die Schweizerische Evangelische Allianz SEA nicht akzeptabel. Nun fordert der Vorstand der SEA den Rücktritt von Daniel Regli. Eine Zusammenarbeit im Verein "Marsch fürs Läbe" mit Regli als Präsident sei nicht mehr glaubwürdig zu vertreten. Nachdem der Stil des Präsidenten "und insbesondere die äusserst provokative Kommunikationsform bereits in der Vergangenheit intern und auch öffentlich zu Diskussionen geführt hat, ist mit den neuesten Entwicklungen für die SEA eine Grenze erreicht worden". Das gegenüber der Trägerschaft nicht offen kommunizierte Engagement im sogenannten Bürgerforum Schweiz und die widersprüchliche Haltung im Lebensschutz ist nach Ansicht der SEA "mit einer Rolle als integrative Führungsperson nicht vereinbar". Ein allfälliger Beschluss des Vorstands vom "Marsch fürs Läbe" ist noch nicht bekanntgegeben worden. Daniel Regli gibt momentan zur Forderung der SEA keine öffentliche Stellungnahme ab.

Von Lebensanfang bis Lebensende

Der Verein "Marsch fürs Läbe" setzt sich für einen umfassenden Schutz insbesondere des ungeborenen menschlichen Lebens ein. Wie die SEA gegenüber idea mitteilt, trage die Allianz dieses Anliegen mit. Für sie bedeute die von Gott verliehene Würde des Menschen, dass das menschliche Leben von seinem Anfang bis zu seinem Ende Schutz verdiene und dass die Gesellschaft aufgefordert ist, solidarisch für den Schutz vor allem auch der Schwächsten einzustehen. Dies treffe neben Ungeborenen gerade auch auf kranke, behinderte oder sehr alte Menschen zu.