Montag • 24. Juni
Fortpflanzungsmedizin
03. Mai 2015

„Mit welchem Recht tun wir das?“

Ruth Baumann-Hölzle: „Der Embryo darf nicht versachlicht und nicht instrumentalisiert werden.“ Foto: zvg
Ruth Baumann-Hölzle: „Der Embryo darf nicht versachlicht und nicht instrumentalisiert werden.“ Foto: zvg
Am 14. Juni stimmen wir über einen neuen Verfassungsartikel ab, der die Präimplantationsdiagnostik erlaubt und im neuen Fortpflanzungsgesetz sehr liberal regelt. Was bedeutet das? Fritz Imhof sprach mit der Medizinethikerin Ruth Baumann-Hölzle.

Frau Baumann-Hölzle, Sie haben sich intensiv mit der Präimplantationsdiagnostik (PID) beschäftigt, was hat Sie dazu motiviert?

Die Fragen rund um die Fortpflanzungsmedizin beschäftigen mich seit 30 Jahren. Ich habe mich bereits in meiner Dissertation mit genetischen Untersuchungen aus­einandergesetzt. Ich bin überzeugt, dass sie unser ganzes Menschenbild verändern. Wir haben in unseren pluralistischen und demokratisch verbrieften Gesellschaften den Grundsatz, dass wir uns an der Menschenwürde und an den Menschenrechten orientieren. Das heisst, dass wir den Menschen als Subjekt und damit als Person verstehen. Mit den neuen Techniken laufen wir Gefahr, dass der Mensch...

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