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Buchhändlerin Verena Dörig
24. März 2020

Lesen hilft auch in Corona-Zeiten

Vreni Dörig: „Bücher helfen, in eine andere Welt einzutauchen.“ Bild: zvg
Vreni Dörig: „Bücher helfen, in eine andere Welt einzutauchen.“ Bild: zvg
Böse Zeiten auch für den christlichen Buchhandel. Das BuchCafé Benedikt in St. Gallen weiss sich zu helfen. Leiterin Verena Dörig sagt auch, was Risiko- und andere Personen derzeit lesen könnten.

St. Gallen (idea) - Die Buchhändlerin Verena Dörig (53) aus Gais AR leitet seit der Eröffnung 2017 das BuchCafé Benedikt in St. Gallen. Es gehört dem Verein „Christliches BuchCafé St. Gallen“, der von Privatpersonen und vier Kirchgemeinden getragen wird. Zum Team gehören sechs Mitarbeitende (200 Stellenprozent) und einige Ehrenamtliche. idea wollte von ihr wissen, was sie in Corona-Zeiten bewegt.

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Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch, Frau Dörig?
Da liegen immer mehrere Bücher. Aktuell mein liebstes ist „Intimität mit Gott“ von Rainer Harter. Es führt mich nah an Gottes Herz.

Warum lesen Sie gerne vor dem Einschlafen?
Es hilft mir herunterzufahren, in eine andere Welt einzutauchen, die nichts mit meinem Alltag zu tun hat.

Was bedeutet das Coronavirus für Ihr Buch-Café in St.Gallen?
Unsere Einnahmen fallen fast vollständig weg. Wir versuchen, die Fixkosten zu reduzieren. Wir haben Kurzarbeit angemeldet und verhandeln mit dem Vermieter. Wir können noch nicht abschätzen, wie sich das längerfristig auswirkt.

Wie reagieren Sie auf diese extreme Situation?
Wir versuchen unsere Kundschaft via Newsletter, Facebook und Instagram zu informieren. Wir zeigen, dass wir noch da sind und dass man bei uns bestellen kann. Wir versenden per Post und übernehmen die Hälfte des Portos. So gehen doch einige Bestellungen ein.

Wie gehe ich vor, wenn ich rasch ein christliches Buch bestellen will?
Sie bestellen über buchcafe.ch/bestellungen oder senden eine WhatsApp-Nachricht an 071 511 98 80. Andere christliche Buchhandlungen kennen ähnliche Lösungen.

Welche beiden Bücher empfehlen Sie jetzt einer „Risikoperson“?
Zuerst die Bibel, eventuell mit Erklärungen. Kein anderes Buch hat die Kraft von Gottes Wort, das lebendig ist. Und dann „Ich sehe dich“ von Nancy Taylor mit 366 liebevollen Vaterworten fürs Herz.

Welche beiden Bücher empfehlen Sie Eltern, die jetzt ihre acht und zehn Jahre alten Kinder zu Hause betreuen müssen?
„Kann ein Wal denn Bauchweh haben?“ von Avril Rowlands. Verschiedene Tiere reisen mit einem Zirkuswagen durchs Land. Der Hase hat eine Bibel dabei und liest immer wieder daraus vor. Die Fragen und Kommentare der Tiere sind für Gross und Klein ein Spass. Und dazu „Jabando“ von Annette Spratte. Kinder reisen mit einem geheimnisvollen Computerspiel direkt in die Bibel und müssen verschiedene Aufgaben lösen und Levels erreichen.

Welches Buch hat Sie selber am meisten bewegt?
„Die Zuflucht“ von Corrie ten Boom. Es war für mich neu, dass Gott im Leben real erfahrbar ist und dass mit seiner Hilfe auch das Schwerste durchlebt werden kann.

Stimmt es, dass auch unter Christen immer weniger gelesen wird?
Das kann ich nicht beurteilen. Bei uns nimmt der Bücherverkauf jedenfalls laufend zu.

Was sagen Sie einem jungen Christen, der seit der Schule nie mehr ein Buch gelesen hat?
Probier es doch, es tun sich dir neue Welten auf!

Was gewinnen Menschen, die regelmässig ein gutes Buch lesen?
Neue Gedankenanstösse und Einsichten.

Warum sind christliche Bücher relativ teuer, oft um 30 Franken und mehr?
Vielleicht wegen der kleinen Auflagen und Absatzmärkte. Wir arbeiten im christlichen Buchhandel praktisch alle unter dem Minimallohn.

Wo würden Sie selber lieber sparen als bei einem Buch?
Bei allem, was nicht lebensnotwendig ist.

Wie informieren Sie sich über das Coronavirus?
Durch das Radio und die Tagesschau.

Wie gross ist Ihre Angst vor diesem Virus?
Ich habe schon auch Angst …

Was hilft Ihnen am meisten in dieser Situation?
Ich nehme Tag für Tag. Und ich weiss: Jesus ist grösser!

(Interview: Andrea Vontlanthen)