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Bericht
08. Januar 2019

Kirchengründung in der Ukraine entzweit Moskau und Konstantinopel

In der Ukraine wurde eine neue, von Russland unabhängige orthodoxe Kirche gegründet. Für Präsident Poroschenko ist dies „der Tag der endgültigen Erlangung der Unabhängigkeit von Russland“. Aus russischer Sicht dagegen verstößt die Gründung gegen das Kirchenrecht. Die Orthodoxie scheint tief gespalten. Stefan Kube (Zürich), Chefredakteur der Monatszeitschrift „Religion & Gesellschaft aus Ost und West“ des Instituts G2W (früher: Glaube in der 2. Welt), beleuchtet die angespannte Lage.

Mit solch einem Weihnachtsgeschenk hätte in Kiew vor einem Jahr niemand gerechnet: einer neuen, vom Moskauer Patriarchat unabhängigen „Orthodoxen Kirche in der Ukraine“ (OKU). Zwei Tage bevor die orthodoxen Christen in der Ukraine Weihnachten feiern, unterzeichnete der Ökumenische Patriarch Bartholomaios am 5. Januar in der Georgskathedrale in Istanbul im Beisein des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko das Dekret („Tomos“) über die Autokephalie (kirchenrechtliche Unabhängigkeit) der OKU. In einer feierlichen Liturgie am folgenden Tag übergab Patriarch Bartholomaios den Tomos dem im Dezember gewählten Oberhaupt der OKU, Metropolit Epifanij (Dumenko). Damit diene das ...

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