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Erlebnisse und Herausforderungen eines Wirtschaftsführers
15. September 2020

„In God we trust!“ statt „Yes, we can!“

Daniel Schöni (l.) wird von Andrea Vonlanthen auf einer Dachterrasse hoch über den Dächern der St. Galler Altstadt interviewt. Foto: Rolf Frey
Daniel Schöni (l.) wird von Andrea Vonlanthen auf einer Dachterrasse hoch über den Dächern der St. Galler Altstadt interviewt. Foto: Rolf Frey
Daniel Schöni, Patron der Schöni Transport AG, erzählte am 9. September im Rahmen einer Veranstaltung des St. Galler "BuchCafé Benedikt" aus seinem spannenden Leben.

St. Gallen (idea/rf) - Die 1969 vom Vater gegründete Einzelfirma "Erich Schöni Transporte" startete mit Getränketransporten und zwei Lastwagen. Heute ist die Schöni Transport AG in Rothrist AG ein Grossunternehmen mit gut 500 Fahrzeugen und rund 1000 Mitarbeitern.

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"Früher habe ich alles aufgekauft, was mir in die Finger kam", erzählte der 49-jährige Daniel Schöni den 30 Zuhörenden auf einer Dachterrasse beim "BuchCafé Benedikt", hoch über der Altstadt von St. Gallen. Dieses "Unternehmer-Gen" habe er von seinem Vater geerbt. Schöni: "Ich war ein wilder Kerl, rebellisch, die Schule langweilte mich." Dies besserte sich später, als er im Internat "hartes Brot" ass. Die uneingeschränkte Vaterliebe und Anerkennung fehlten ihm, Leistung war gefragt. Dies prägte ihn lange, erst später konnte er verzeihen.

Jetzt heisst es: "In God we trust!"

Daniel lernte Lastwagenmechaniker und stieg ins Geschäft des Vaters ein. Als er 1985 im Militär schwer verunfallte, gab sein Bruder Matthias Gott das Versprechen, aus der Firma auszutreten und Theologie zu studieren, sofern er überleben sollte. Er überlebte. So verblieben seinem Vater noch Daniel und der ältere Bruder Heinz im Geschäft. Der Vater starb im Jahr 2000 bei einem Unfall. Daniel übernahm dann mit einem Bank-Grosskredit die Anteile des Bruders, hatte Erfolg und baute das Unternehmen sukzessive aus.

Ab dem Jahr 2009 folgten "sieben magere Jahre". Daniel Schöni hat aber von seinem Vater gelernt, Gott in die Geschäfte miteinzubeziehen. "Früher musste ich wie zwanghaft Firmen aufkaufen", erzählte er. Davon sei er geheilt. Vom Spruch "Yes, we can!", den er noch vor Obama geprägt hatte, wechselte er zu "In God we trust!".

Transport ist eine harte Branche

"Grosse Konglomerate aus dem Osten diktieren das Transportbusiness, arbeiten 'unter Kosten', waschen Geld und wachsen zu 'Riesen' mit Tausenden von Lastwagen", sagte Schöni. Diesen "Viehhandel" machte er nicht mit. Ehrlichkeit sei ein Grundpfeiler. Und Gottvertrauen. Das zahlte sich aus.

Der Traum von Afrika

Dass er seinen Glauben nicht versteckt, sieht man den roten Lastwagen mit dem Logo "In God we trust" an. In der Firma wird regelmässig gebetet. Die Mitarbeitenden können sich am Gebet beteiligen, müssen aber nicht. Hilfsgüter nach Afrika zu transportieren und dort Tausende von Arbeitsplätzen zu schaffen, das ist ein Traum von Daniel Schöni. Ein erster unternehmerischer Schritt dorthin sei getan.

"Verfüge über einen Vertrauens-Chip"

"Ich möchte Gottes Reich sichtbar machen", sagte er in St.Gallen. Er habe von Gott "einen grossen Vertrauens-Chip eingepflanzt bekommen" und kenne keine Angst. Gottvertrauen hat für ihn viel mit dem Gottesbild und auch mit der Vater-Sohn-Beziehung zu tun.