Dienstag • 2. Juni
Zweiter Weltkrieg
19. Oktober 2015

Vom Boot, das nicht voll war

Gertrud Kurz 1965 in Amsterdam, wo ihr der Albert-Schweitzer-Preis verliehen wurde. Deutscher Reisepass mit J-Stempel (sogenannter Judenstempel). Fotos: Jac. de Nijs / Anefo via Wikimedia Commons, Wikipedia
Gertrud Kurz 1965 in Amsterdam, wo ihr der Albert-Schweitzer-Preis verliehen wurde. Deutscher Reisepass mit J-Stempel (sogenannter Judenstempel). Fotos: Jac. de Nijs / Anefo via Wikimedia Commons, Wikipedia
Tausende vor dem Naziregime Flüchtende wurden an der Schweizer Grenze abgewiesen. Doch es gab mutige Bürger, die in christlicher Nächstenliebe handelten und Menschen retteten. Ihr Beispiel zeigt, dass oft mehr möglich ist als man meint.

„Ich erinnere mich an Polizeiwagen, die seitlich offen waren. Die haben Flüchtlinge eingesammelt. Unsere Mutter hat gesagt: ‚Ja, die sind zur Grenze gefahren, weil sie die erwischt haben.‘ Und dann sind sie an uns vorbeigefahren zum Zoll und haben sie den Deutschen ausgeliefert. Und dort sind sie dann umgekommen.“ An diese beklemmenden Szenen erinnerte sich Horst Munz, der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges in Riehen BS aufgewachsen ist. Wenn er aus dem Fenster seines Elternhauses in dem Grenzstädtchen bei Basel blickte, beobachtete er immer wieder derartige Vorgänge. Der ganze Schienenstrang durch Riehen gehörte damals der Deutschen Reichsbahn, was den Ort für die Verfolgten d...

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