Sonntag • 25. August
Alte Druckerpresse gab würdigen Rahmen
13. August 2019

Froschauers Tolggen und die Bibel

Familiengottesdienst: Froschauer alias Marc Lendenmann erklärt Buchdruck und Bibel. Foto: idea/Rolf Höneisen
Familiengottesdienst: Froschauer alias Marc Lendenmann erklärt Buchdruck und Bibel. Foto: idea/Rolf Höneisen
In vielen Kirchen fanden am vergangenen Sonntag Gottesdienste zum Schulanfang statt. Zum Beispiel in der ETG Buchwiesen in Erlen.

Erlen (idea/rh) - Nach den Sommerferien um Gottes Segen bitten für den Start in Schule, Lehre und Beruf. Das wurde in vielen Kirchen am 11. August getan. Exemplarisch dafür der Gottesdienst in der ETG Buchwiesen in Erlen TG. Hier trat ein Überraschungsgast aus der Vergangenheit auf: Christoph Froschauer, der Drucker, der 1530 in Zürich die erste Bibel in deutscher Sprache gedruckt hat. Er war grad samt seiner Druckerpresse aus Eichenholz gekommen.

ANZEIGE

700 Ziegen für eine Bibel

Mit Spannung verfolgten die kleinen und grossen Teilnehmer des Familiengottesdienstes Froschauers Erklärungen. Die Erfindung des Buchdrucks führte zu einem Paradigmenwechsel. Texte konnten in grossen Auflagen rasch gedruckt werden. Zuvor hatten Mönche anderthalb Jahre gebraucht, um eine Bibel von Hand abzuschreiben. Für das dazu benötigte Pergament brauchte es die Haut von 700 Ziegen. Eine solche Bibel war unerschwinglich. Man spricht von 20 Jahreslöhnen. Bibeln, wie sie Froschauer druckte, waren bereits für drei Wochenlöhne zu bekommen. Zudem: Die von Zwingli übersetzte Zürcher Bibel war für alle lesbar.

Waschmittel für die Tolggen?

Froschauer wurde gespielt von Marc Lendenmann. In seine Erklärungen streute der Mitarbeiter des Bibellesebunds immer wieder Vergleiche zwischen der Druckerarbeit und biblischen Lehren ein. Die einzelnen Bleibuchstaben müssen zu Wörtern zusammengestellt werden. Dazu braucht es jemanden mit der entsprechenden Kenntnis. Am Anfang der Schöpfung war es Gott, der Ordnung schuf und wie ein Dirigent die Naturgesetze orchestrierte. Flecken durch Druckerschwärze, "Tolggen", sind nicht mehr aus den Kleidern rauszukriegen. Mit Schuld im Leben ist es auch so. Was machen wir mit unserem Versagen angesichts der Grösse und Heiligkeit Gottes? "Es gibt ein Waschmittel", sagte Lendenmann, und erklärte das Evangelium von Jesus Christus.

Schliesslich wurde gebetet für die vielen anwesenden Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die vor einem neuen Lebensabschnitt stehen mit dem Eintritt in Kindergarten und Schule, in eine höhere Schule oder eine Lehre. Aber nicht nur für sie wurde gebetet, auch für alle anwesenden Lehrpersonen: Gott möge ihnen im anspruchsvollen Schulalltag helfen.

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.