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92. Jahresfest
17. Mai 2017

Die Chrischona-Diakonissen reagieren auf mangelnden Nachwuchs

Das neu gegründete Veeh-Harfen-Ensemble der Diakonissen spielte an der Jubiläumsfeier. Foto: zvg
Das neu gegründete Veeh-Harfen-Ensemble der Diakonissen spielte an der Jubiläumsfeier. Foto: zvg
Das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona (DMH) feierte sein 92-jähriges Bestehen und rüstet sich für die Zukunft. Ein tiefgreifender Veränderungsprozess wurde eingeleitet, der neue Formen der Gemeinschaft mit einbezieht.

(idea) - Am Muttertag feierte das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona (DMH) sein 92-jähriges Bestehen. Zudem ehrte es 16 Jubilarinnen für insgesamt 920 Dienstjahre als Diakonisse. Die rund 350 Zuhörer hörten auch von einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, der neue Formen der Gemeinschaft mit einbezieht.

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Das Mutterhaus ist kein „abgeschottetes Biotop“

Dr. Christoph Morgner, der ehemalige Präses des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes erklärte in seiner Festpredigt, dass auch ein Diakonissen-Mutterhaus kein „abgeschottetes Biotop“ darstellt. Damit in unserem Leben vom lebendigem Glauben etwas sichtbar werde, brauche es „Lebensübungsplätze“ wie das DMH. In geschützter Gemeinschaft können Menschen sich ausprobieren und Sicherheit finden für den Dienst am Nächsten – ähnlich wie auf Verkehrsübungsplätzen für den Strassenverkehr.

Sinkende Zahl der Schwestern und Veränderungsprozess

Doch wie können die „Lebensübungsplätze“ des DMH für die Zukunft bewahrt werden, wenn es immer weniger Diakonissen gibt? Zu dem seit 1925 bestehenden Mutterhaus gehören derzeit 93 Diakonissen. Die meisten sind älter als 70. Zehn Schwestern sind noch im aktiven Dienst. Seit 20 Jahren ist keine Frau mehr als Diakonisse in das Mutterhaus eingetreten. Die Leitung des Mutterhauses hat als Antwort einen strukturellen Veränderungsprozess gestartet. DMH-Geschäftsführer Joachim Rastert steckte die Eckpunkte für die Zukunft ab. Zukünftig soll es neben der Schwesternschaft einen Trägerkreis aus Freunden und Mitarbeitern geben, damit der Auftrag „diakonisch missionarisch Handeln“ weiter erfüllt werden kann. Ebenso wird das DMH neue Räume für unterschiedliche Formen von Gemeinschaften anbieten. „Das DMH soll nicht aufhören, zu existieren. Wir haben etwas weiterzugeben, wollen unser Zentrum stärken und uns öffnen für andere Formen von Gemeinschaft“, so Rastert.

Mehrgenerationen-Wohnpark

Der Theologische Leiter Pfr. Friedhelm Geiß stellte dazu die Ergebnisse der Projektgruppe vor. Ausserhalb der Schwesternschaft soll eine Lebensgemeinschaft für Frauen, eine „Weg-Gemeinschaft“ auf St. Chrischona, ein Kernteam als Lebensgemeinschaft zur Leitung des geplanten Mehrgenerationen-Wohnparks entstehen. Auch externe Gemeinschaften können sich dem Netzwerk des DMH anschließen. Das DMH wird diese Gemeinschaften fördern und begleiten. Im deutschsprachigen ‚Bereich sollen vielfältige, innovative neue Projekte unter dem Label: „diakonisch-missionarisch-handeln“ entstehen.

Musikalische Akzente setzte der Chor des Theologischen Seminars und am Nachmittag gab es die Premiere eines neu gegründeten Veeh-Harfen-Ensembles unter Leitung von Estha Stankowski. In Verbindung mit der Flötengruppe Laudate des DMH kamen klassische Stücke, aber auch Lieder zur Aufführung.

(FG/MD)

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