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Porträt
04. Dezember 2018

Der Kirchenvater des 20. Jahrhunderts

Er war religiöser Sozialist und stemmte sich mit der „Barmer Theologischen Erklärung“ gegen Hitler. Er schrieb eine mehr als 9.000 Seiten fassende „Kirchliche Dogmatik“ – und lebte Jahrzehnte in einer Dreiecksbeziehung. Vor 50 Jahren starb der reformierte Theologe Karl Barth. Ein Porträt von idea-Reporter Karsten Huhn.

Fast 40 Jahre hatte er daran gearbeitet, doch am Ende blieb sein Mammutwerk unvollendet. Die „Kirchliche Dogmatik“ des Schweizer Theologen Karl Barth umfasste 31 Bände, zählte mehr als 9.000 Seiten und wog mehr als 20 Kilogramm. Sie beschäftigte sich mit den großen Fragen zu Gott und Gnade, Schöpfung und Versöhnung, dem Wort Gottes und christlicher Ethik – doch die Eschatologie, die Lehre von den letzten Dingen, blieb am Ende ungeschrieben.

Mit seinen Schriften hatte Barth Generationen von Theologen geprägt. Dabei hatte er selbst weder eine Doktorarbeit noch eine Habilitation vorzuweisen. Berühmt geworden war er mit seinem „Römerbriefkommentar“ – einem wilden ...

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