Montag • 21. Oktober
Attacke auf Läderach Chocolatier
08. Oktober 2019

Anschlag mit Buttersäure

Symbolbild: pixabay/congerdesign
Symbolbild: pixabay/congerdesign
Verwaltungsratspräsident Jürg Läderach engagiert sich im OK von Marsch fürs Läbe. Zwei Anschläge auf Filialen von Läderach Chocolatier stehen in diesem Zusammenhang.

Basel (idea/dg/w) - Nach Buttersäure und Erbrochenem statt nach Schokolade roch es im Basler Clara­shopping am 3. und 4. Oktober. Auf die dortige Filiale von Läderach Chocolatier war ein Anschlag verübt worden. Auch die anderen Läden im Gebäude beklagten laut der Basler Zeitung massive Umsatzeinbussen. Schon am 14. September passierte Ähnliches in einer Läderach-Filiale in Zürich, wenige Stunden vor dem Marsch fürs Läbe.

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Der Verwaltungsratspräsident Jürg Läderach engagiert sich ausserhalb seiner Firmentätigkeit im Organisations­komitee von Marsch fürs Läbe. Er vertritt dort die Organisation "christianity for today". Diese setzt sich unter anderem für den "Schutz des Lebens von der Zeugung bis zum Tod" ein.

Zwei Bekennerschreiben

Zu beiden Anschlägen findet man je ein Bekennerschreiben auf ­barrikade.­info. "Keine Unterstützung für christliche Fundamentalist*innen - weder durch Arbeit noch durch Konsum! Zeigen wir diesen Anti-Feminist*innen, dass sie in unserer Stadt nichts zu suchen haben." Mit diesen Sätzen enden die beiden Schreiben. Das Schreiben zum Anschlag in Basel kritisiert ausserdem den Einsatz Läderachs für faire Kakaoproduktion. "Fair Trade ist dabei der moderne Versuch, die kolonialistische Ausbeutung des globalen Südens in abgeschwächter Form fortzuführen und damit gesellschaftlich erneut zu legitimieren", argumentieren die Schreiber. Sie bringen den Kolonialismus in Verbindung mit christlicher Mission und behaupten, diese "Christ*innen" hätten "den grössten Genozid der Menschheitsgeschichte" begangen.

Die Basler Aktivisten widmen den Anschlag schliesslich einer Person, die in Zürich offenbar seit dem Marsch fürs ­Läbe in Untersuchungshaft sitzt. Die Zürcher Stadtpolizei hatte damals zur gewalttätigen Gegnerschaft des Marsches mitgeteilt: "Ein 30-jähriger Mann wurde wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte festgenommen."

Läderach Chocolatier und Marsch fürs Läbe nahmen bisher nicht Stellung zu den Anschlägen.
Der 11. Marsch fürs Läbe ist am 19. September 2020 geplant. 

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