Sonntag • 31. Mai
Mitgliederbefragung zu „Ehe für alle“
23. März 2020

Zwei Drittel der EVP-Basis lehnen Öffnung ab

Symbolbild: pixabay.com
Symbolbild: pixabay.com

Bern (idea) - „Zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare als reiner Kernvorlage ohne Zugang zur Fortpflanzungsmedizin zeigte sich ein breites und heterogenes Meinungsspektrum“, schreibt die EVP in einer Medienmitteilung. Diese zeigt auf, dass die Mehrheit der Befragten die Kernvorlage ablehnt, knapp mehr als die Hälfte mit „nein“ und rund 15 Prozent mit „eher nein“. Ein Drittel der Teilnehmenden war dafür oder eher dafür. Rund 2000 Mitglieder der EVP haben an der Umfrage teilgenommen, das entspricht rund 44 Prozent der Mitglieder.

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Die Gründe pro und contra

Wer die Kernvorlage ablehnte, begründete dies vor allem mit seinem Verständnis der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau sowie dem Zugang zur Volladoption. Zudem könne die Kernvorlage zum Türöffner für einen späteren Zugang für gleichgeschlechtliche weibliche Ehepaare zur Samenspende werden, die man aber ablehne.

Für die Befürwortenden einer „Ehe für alle“ stand vor allem die Verbindlichkeit einer Beziehung im Zentrum. Allen Paaren solle ein gesetzlicher Rahmen gegeben werden. Ausserdem sehen sie die Öffnung der Ehe als Grundrecht, da alle Menschen vor der Verfassung gleich seien. Ziel der Kernvorlage sei es ja, eine Ungleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren aufzuheben.

Klare Ablehnung der Kernvorlage inklusive Samenspende

Während sich gegenüber der reinen Kernvorlage einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ein breiteres Meinungsbild zeigt, wird eine Kernvorlage inklusive Samenspende für gleichgeschlechtliche weibliche Ehepaare sehr deutlich abgelehnt: Mehr als 86 Prozent sagen dazu „nein“ oder „eher nein“.

Druck auf Legalisierung der Leihmutterschaft

Die Gegner einer Kernvorlage inklusive Samenspende begründen ihre Ablehnung vor allem damit, dass bei einer Samenspende für weibliche Ehepaare den Kindern der Vater vorsätzlich verwehrt würde. Gleichgeschlechtliche Paare könnten von Natur aus kein Kind zeugen, weshalb hier nicht künstlich eingegriffen werden sollte. Und schliesslich erhöhe der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin für weibliche Ehepaare den Druck massiv, auch die Eizellenspende und Leihmutterschaft für männliche Ehepaare zu legalisieren, um keine neue Diskriminierung zu schaffen.

Problematische Leihmutterschaft

Dass in einem späteren Schritt auch Eizellenspende und Leihmutterschaft zur Disposition gestellt werden könnten, stiess bei den Teilnehmenden der Umfrage ebenfalls auf deutliche Ablehnung. Gründe dafür waren die Gefahr des Menschenhandels und der Ausbeutung des Körpers der Frauen. Zudem seien die langfristigen Konsequenzen des Abbruchs der Frühbindung zwischen Kind und Leihmutter sowie die Auswirkungen auf  die Identitätsfindung des Kindes noch weitgehend unbekannt. (Autor: Fritz Imhof)

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