Samstag • 25. März
Kongress christlicher Führungskräfte
23. Februar 2017

Die Risiken für Europa sind gewachsen

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. Foto: idea/kwerk.eu
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. Foto: idea/kwerk.eu

Nürnberg (idea) – Die Risiken für Europa sind gewachsen. Das langsame und zwischen den Mitgliedsstaaten unterschiedliche Wirtschaftswachstum gefährdet die Einheit Europas. Diese Einschätzung gab der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Professor Michael Hüther (Köln), zum Auftakt des Kongresses christlicher Führungskräfte, der vom 23. bis 25. Februar in Nürnberg stattfindet. Ihm zufolge entwickelt sich Deutschland dynamischer als viele andere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). Es müsse gelingen, mit schwächeren Ökonomien einen Ausgleich zu erzielen. Weitere Risiken seien das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU („Brexit“) sowie der hohe Flüchtlingszustrom. Zudem gefährdeten Sicherheitsfragen den Zusammenhalt der EU, etwa der Konflikt zwischen Ukraine und Russland, die Bürgerkriege in Syrien und im Irak sowie der Terrorismus. Nach Ansicht Hüthers würde es den Menschen ohne Europäische Union schlechter gehen. So werde der Brexit auf lange Sicht einen Verlust des Pro-Kopf-Einkommens in Großbritannien um zehn Prozent bedeuten. Die EU sei ein gut begründeter Verbund, der auf gemeinsamen Werten beruhe. Dazu zählten die griechisch-römischen Werte der Antike sowie das Christentum. Europa sei der tägliche Versuch, gemeinsame Interessen auszuhandeln. Hüther: „Wir können es ohne ein gemeinsames Dach nicht mehr schaffen.“ Die EU sei wirtschaftlich so eng verflochten, dass Alleingänge zerstörerisch seien. Europa sei jedoch ein „Club der unberechenbaren Demokratien“. Es bleibe daher offen, ob eine tiefere Integration gelinge oder die Nationalstaaten künftig an erster Stelle stehen.

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Kongress-Vorsitzender: Führungskräfte sollen Botschafter Christi sein

Der Vorsitzende des Kongresses christlicher Führungskräfte, Pastor Horst Marquardt (Wetzlar), forderte Führungskräfte in Wirtschaft und Politik dazu auf, „Botschafter Christi“ zu sein. Laut der Bibel sei jeder Mensch ein Sünder und ohne Gott verloren. Wer jedoch seine Sünde bekenne und Gottes Geschenk der Versöhnung annehme, erlebe Vergebung seiner Sünden. Marquardt zufolge repräsentieren sich die Kirchen in Europa angepasst und sind eingeengt „unter der Glocke politischer Korrektheit“. Die Botschaft der Kirche sei undeutlich geworden. In der Folge erlebe man eine Bedeutungslosigkeit der Kirche. Damit die christliche Prägung des Volkes nicht verloren gehe, komme es darauf an, das Evangelium wieder hinaus ins Land zu tragen. Marquardt: „Die Welt wartet auf unsere Botschaft – bringen wir sie ihr.“

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