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Evangelische Mehrheit
04. Januar 2019

US-Kongress: Anteil der Christen höher als in der Bevölkerung

Am 3. Januar ist der neue US-Kongress zum ersten Mal zusammengekommen. Foto: picture-alliance/newscom
Am 3. Januar ist der neue US-Kongress zum ersten Mal zusammengekommen. Foto: picture-alliance/newscom

Washington (idea) – Christen sind in dem neu gewählten US-Kongress – dem Repräsentantenhaus mit 435 Sitzen und dem Senat mit 100 Sitzen – im Vergleich zur US-Bevölkerung überrepräsentiert. Das geht aus einer Analyse des Meinungsforschungsinstituts Pew Research (Washington) hervor. Am 6. November 2018 waren alle der für zwei Jahre gewählten Mitglieder des Repräsentantenhauses und ein Drittel der für sechs Jahre gewählten Senatoren neu bestimmt worden. Am 3. Januar hat sich der neue Kongress nun konstituiert. Erstmals seit acht Jahren ist das US-Abgeordnetenhaus wieder demokratisch dominiert. Im Senat haben die Republikaner die Mehrheit um zwei Sitze auf 53 ausbauen können. Pew zufolge gehören 471 Mitglieder des Kongresses einer Kirche an. Das entspricht 88,2 Prozent. Zum Vergleich: Der Bevölkerungsanteil der Christen beträgt 71 Prozent.

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Methodisten, Anglikaner und Presbyterianer sind überrepräsentiert

Die Protestanten stellen mit 54,9 Prozent mehr als die Hälfte aller Volksvertreter in Washington (Bevölkerungsanteil: 48 Prozent). Mit 30,5 Prozent sind Katholiken bei den Kongressabgeordneten überrepräsentiert: Von den US-Bürgern sind 21 Prozent katholisch. Schaut man sich die verschiedenen protestantischen Kirchen an, fällt auf, dass die Mitglieder von Pfingstkirchen mit 0,4 Prozent (Bevölkerungsanteil: 5 Prozent) unterrepräsentiert sind. Auch die Baptisten bleiben mit 13,5 Prozent leicht hinter ihrem Bevölkerungsanteil von 15 Prozent zurück. Überrepräsentiert sind die Methodisten mit 7,9 Prozent (Bevölkerungsanteil: 5 Prozent), die Anglikaner mit 4,9 Prozent (Anteil: 1 Prozent) und die Presbyterianer mit ebenso 4,9 Prozent (Anteil: 2 Prozent).

Jüdische Politiker sind stark vertreten

Die Zahl der Nichtchristen im Kongress beträgt 63. Den größten Anteil machen mit 34 die jüdischen Kongressmitglieder aus. Das entspricht 6,4 Prozent aller Politiker in den beiden Häusern und liegt damit deutlich über dem US-Durchschnitt von zwei Prozent. Im Kongress befinden sich zudem jeweils drei Muslime und Hindus, zwei Buddhisten (Bevölkerungsanteil bei allen jeweils 1 Prozent) sowie zwei „Unitarische Universalisten“. Zum ersten Mal sind zwei muslimische Frauen eingezogen – die demokratischen Abgeordneten Rashida Tlaib (Michigan) und Ilhan Omar (Minnesota). Nur eine Senatorin – die Demokratin Kyrsten Senema (Arizona) – bezeichnet sich als konfessionslos. 18 Mitglieder lehnten es ab, ihre religiöse Zugehörigkeit zu nennen. Insgesamt ist der Kongress in den vergangenen Jahrzehnten religiös vielfältiger geworden: 1961 zählten noch 74,1 Prozent der Volksvertreter zu den Protestanten. Das ist besonders auf Veränderungen bei den Demokraten zurückzuführen: Nur zwei der nichtchristlichen Parlamentarier sind Republikaner, alle anderen Nichtchristen sind Demokraten.

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