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Stephanuskreis der CDU
13. März 2019

Trotz Anfeindungen: Zahl der jemenitischen Christen wächst

Mitglieder des Stephanuskreises der CDU zeigen zwei jeminitischen Christen Berlin. Foto: Stephanuskreis
Mitglieder des Stephanuskreises der CDU zeigen zwei jeminitischen Christen Berlin. Foto: Stephanuskreis

Berlin (idea) – Trotz der Anfeindungen durch islamistische Gruppierungen wie der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und Al-Qaida werden jemenitische Muslime Christen. Das berichteten der Nahost-Experte Matthias Schwab sowie zwei jemenitische Christen beim Treffen des Stephanuskreises in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am 11. März in Berlin. Ihnen zufolge ermöglichen es die Sozialen Medien den Christen, sich landesweit zu organisieren. Zudem gründeten jemenitische Christen Organisationen, um humanitäre Hilfe zu leisten – beispielsweise in den Bereichen Wasserversorgung, Choleraprävention, Ausbildung, Aufklärung über Landminen oder Hilfe für körperlich Benachteiligte. Auch die beiden jemenitischen Referenten haben Führungspositionen innerhalb von Nothilfeprojekten und in der Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen (UN) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aus Sicherheitsgründen wurden ihre Namen nicht genannt. Mehreren Organisationen zufolge stieg die Zahl der Christen seit dem Beginn des Krieges 2015 von rund 1.000 auf mehrere Tausend.

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Die Lage hat sich seit 2015 dramatisch verschlechtert

Die Lage in dem asiatischen Staat hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert. In dem ärmsten Land der Arabischen Halbinsel liefern sich die sunnitisch geprägte Zentralregierung und schiitische Huthi-Rebellen einen Machtkampf. Das Leben ist laut Schwab von Bomben, Hungersnöten und Seuchen geprägt. Der Bürgerkrieg treffe dabei die Schwachen am härtesten. So litten etwa 82 Prozent der Bevölkerung Hunger. Etwa 24 von 29 Millionen Menschen seien von humanitären Hilfsleistungen abhängig. In den deutschen Medien werde die Situation im Jemen jedoch kaum thematisiert. Da die Presseberichterstattung aus Sicherheitsgründen praktisch eingestellt sei, gelängen – außer durch Flüchtlinge – kaum Informationen aus dem Krisengebiet nach außen.

Heribert Hirte: Engagement der jemenitischen Christen unterstützen

Der Vorsitzende des Stephanuskreises, der CDU-Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte (Köln), sagte bei dem Treffen: „Ich möchte eine Botschaft in den Jemen und speziell an die Christen senden: Wir hören Euch, wir sehen Euch, Euer Schicksal bewegt uns.“ Konkrete Unterstützung könne beispielsweise geschehen, indem das humanitäre Engagement der jemenitischen Christen mit internationaler Hilfe vorangebracht werde. „Zudem sollte es im Zuge der andauernden Friedensgespräche herausgehobenes Ziel deutscher Entwicklungszusammenarbeit sein, den Jemen beim Wiederaufbau zu unterstützen“, so Hirte. Als überkonfessionelles Gesprächsforum innerhalb der Unionsfraktion im Bundestag kümmert sich der Stephanuskreis um die Situation verfolgter Christen in aller Welt. Im Jemen ist der Islam die offizielle Staatsreligion. 99 Prozent der Einwohner gehören ihr an – die meisten sind Sunniten –, daneben gibt es kleine Gemeinden jemenitischer Juden, Schiiten und Baha‘i. Im Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfwerks „Open Doors“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main) belegt das Land aktuell den achten Platz. Nothilfe für unterversorgte Personen in schwer zugänglichen Gebieten Jemens leistet beispielsweise das international tätige Schweizer Werk „HMK Hilfe für Mensch und Kirche“ (Thun) zusammen mit den landesweit vernetzten jemenitischen Christen.

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