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Pierre Alain Schnegg
05. April 2017

Senkrechtstarter mit Gottvertrauen

Pierre Alain Schnegg, „selbstbewusster Senkrechstarter“. Foto: Andrea Vonlanthen
Pierre Alain Schnegg, „selbstbewusster Senkrechstarter“. Foto: Andrea Vonlanthen

(idea) - In der Karriere des Pierre Alain Schnegg (54) ging es immer steil nach oben. Das war so während seiner Tätigkeit in der freien Wirtschaft als Unternehmensgründer und CEO und das setzt sich nun gleichermassen in der Politik fort. Erst 2013 trat er der SVP bei, als man ihn fragte, ob er sich auf die Berner Grossratsliste setzen lassen würde. 2014 wurde er gewählt. Seit Juli 2016 sitzt der Jurassier bereits in der Berner Regierung und führt die Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Die Zeitung „Der Bund“ nannte ihn einen „selbstbewussten Senkrechstarter“. Von Regierungskollegen wird er schon der „Guy Parmelin der Berner Juras“ genannt. Doch Schnegg gibt sich im Interview mit ideaSpektrum bescheidener. Auf die Frage, ob er nun nicht auch noch Bundesrat werden wolle, winkt er ab: „Es war nie gedacht und nie geplant, dass ich einmal Regierungsrat werden könnte.“ Doch jetzt fühle er sich am richtigen Platz. „Ich habe viel Freude, etwas für unseren Kanton tun zu können, das genügt mir vollkommen.“ Wenn er sich für etwas engagiere, dann voll.

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Respekt, Treue und Durchhaltevermögen

Zu seinen politischen Zielen äussert sich Pierre Alain Schnegg entsprechend eindeutig: Verschlankung der Verwaltung, strengere Asylpolitik, Abbau des Sozialstaates. Bei der Sozialhilfe will er 15-25 Millionen Franken jährlich sparen, im Asylwesen schneller und konsequenter ausschaffen. Schnegg sagt aber auch: „Wer gefährdet ist an Leib und Leben, muss in der Schweiz Asyl bekommen. Sein religiöser Hintergrund darf dabei keine Rolle spielen.“ Gleichzeitig will er die Familienpolitik stärken. An der heutigen Gesellschaft kritisiert er grundlegend: „Wir sind zu einer egoistischen Genussgeselllschaft geworden. Man will etwas, man will es sofort, und man wirft es wieder fort, wenn es nicht mehr passt, unsucht etwas Neues.“ Das wirke sich auf die Bereitschaft aus, etwa in der Familie auch mal die „weniger schönen Momente“ auszuhalten. Bei wichtigen Grundwerten denkt er an Respekt, Treue und Durchhaltevermögen.

Der Glaube als tragendes Fundament

Der Sohn eines Mechanikers, der bis 2014 Geschäftsführer eines Software-Unternehmens mit 145 Mitarbeitern war, blickt trotz aller Probleme positiv und gelassen in die Zukunft. Das ist für ihn vor allem eine „Frage des Gottvertrauens“. Pierre Alain Schnegg ist bekennender Christ und Mitglied der Freikirche „Gemeinde für Christus“ (GfC). Der Vater von vier erwachsenen Kindern steht öffentlich zu seinem Glauben, kann das aber auch von seiner politischen Tätigkeit trennen. „Ich glaube an Gott und Jesus Christus. Das ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Aber als Regierungsrat bin ich da, um Probleme zu lösen“, betont er gegenüber ideaSpektrum. Wichtig sei ihm, dass er seine Entscheidungen mit „gutem Gewissen“ fällen könne. Schnegg glaubt auch nicht, dass ihm sein christliches Engagement geschadet hat, oder dass er deshalb in der Politik einen schwereren Stand habe. Für ihn sei der Glaube sogar ein Vorteil: „Ich habe ein Fundament, das mich trägt, und eine Kraft, die mir hilft.“

Lesen Sie das auführliche Interview mit Pierre Alain Schnegg in der aktuellen Ausgabe von ideaSpektrum.

 

 

 

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