Mittwoch • 24. Juli
Paradigmenwechsel in der Transplantationsmedizin
27. Juni 2019

Ohne Widerspruch werden alle Spender

Bild: Wikimedia/Tiu Sild
Bild: Wikimedia/Tiu Sild

(idea/dg) - Der Bundesrat will den von einer Volksinitiative geforderten Paradigmenwechsel zum Thema Organspende weitgehend vollziehen. Gemäss dieser Initiative soll jede Person als potenzielle Organspenderin gelten, ausser sie hat sich zu Lebzeiten dagegen entschieden. Dies wird „enge Widerspruchslösung“ genannt. Angehörige sollen aber laut einer Bundesratsmitteilung vom 14. Juni „zwingend einbezogen werden und eine Organspende ablehnen können, wenn dies dem Willen der verstorbenen Person entspricht“. Heute gilt die Zustimmungslösung. Eine Organspende kommt infrage, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten einer Spende zugestimmt hat, liegt keine Willensäusserung vor, müssen die Angehörigen entscheiden. Die Ethikerin Ruth Baumann-Hölzle vom Institut Dialog Ethik kritisiert den bundesrätlichen Vorschlag: „Sich Organe entnehmen zu lassen, wäre damit kein persönliches Entgegenkommen mehr, sondern der Staat beanspruchte das Recht auf die Organe seiner Bürger. Die Zustimmung zur Organentnahme würde zur moralischen Pflicht des Einzelnen und verlöre den Spendencharakter.“ 

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