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Nationalrat
01. Juni 2017

J+S-Ausschluss wird im Bundeshaus zum Thema

Wollen Auskunft vom Bundesrat: Sylvia Bäni-Flückiger, Eric Nussbaumer. Fotos: zvg
Wollen Auskunft vom Bundesrat: Sylvia Bäni-Flückiger, Eric Nussbaumer. Fotos: zvg

Bern (idea) - Das Bundesamt für Sport Baspo will ab 2018 Jugendorganisationen keine Subventionen mehr gewähren, bei denen auch die Vermittlung des Glaubens integriert ist. Davon betroffen sind Tausende von Kindern in der Schweiz, die beispielsweise in einer BESJ-Jungschar organisiert sind. Kann eine religiöse Haltung Grund sein, um aus einem Sportförderprogramm ausgeschlossen zu werden? Nun wollen Parlamentsmitglieder Antworten vom Bundesrat.

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Bäni-Flückiger: "Unverständlich, inakzeptabel"

Am 2. Mai reichte die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Bäni-Flückiger eine von neun Ratskolleginnen und Kollegen unterzeichnete Interpellation ein. Dazu Sylvia Bäni-Flückiger: "Als Politikerin, die sich der Bundesverfassung und unserer westlichen und christlichen Kultur verpflichtet fühlt, ist diese Praxisänderung unverständlich und völlig inakzeptabel." Sie fragt den Bundesrat unter anderem, ob er "in dieser einseitigen Streichung der Jugendförderungsbeiträge keinen Widerspruch oder sogar eine Diskriminierung sehe", und zwar dann, "wenn christliche Wertevermittlung gegenüber politischer und ideeller Wertevermittlung (Jugendorganisationen von Umweltverbänden, Gewerkschaften und Organisationen mit sozialpolitischer Agenda) unterschiedlich beurteilt, respektive als nicht unterstützungswürdig deklassiert wird?" Entsprechend fragt sie nach, ob der Bundesrat bereit sei, "nötigenfalls eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen (insbesondere KJFG) vorzuschlagen, damit Jugendorganisationen mit christlichem Gedankengut weiterhin unterstützt werden können?"

Nussbaumer: "Was ist religiös falsch, was richtig?"

In die gleiche Richtung geht eine dringliche Anfrage von Nationalrat Eric Nussbaumer (SP). Am 31. Mai fragte er: "Auf welchem Fachwissen begründet der Bundesrat seine Haltung, christliche oder kirchliche Jugendsportarbeit könne durch die einhergehende religiöse Weltanschauung nicht mehr ganzheitlich und nicht mehr im Interesse des Kindes sein?" Zudem will Nussbaumer wissen, auf welchen Grundlagen der Bundesrat die "richtige" religiöse Weltanschauung von der "falschen" religiösen Weltanschauung bei Jugendlichen unterscheide.

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