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Prostitution
19. Juli 2020

Israel führt generelles Sexkaufverbot ein

Israel hat ein generelles Sexkaufverbot eingeführt. Symbolfoto: pixabay.com
Israel hat ein generelles Sexkaufverbot eingeführt. Symbolfoto: pixabay.com

Tel Aviv (idea) – In Israel müssen Freier beim Besuch einer Prostituierten künftig mit hohen Geldstrafen rechnen. In dem Land ist am 10. Juli ein generelles Sexkaufverbot nach dem sogenannten „Nordischen Modell“ in Kraft getreten. Nach diesem Modell werden Freier und Zuhälter mit Strafen bedroht, während die Prostituierten selbst straffrei bleiben und vom Staat mit Geld, Ausbildungs- und Therapieangeboten beim Ausstieg unterstützt werden. Beim Besuch einer Prostituierten droht in Israel künftig eine Geldbuße von umgerechnet 510 Euro, bei wiederholten Verstößen gegen das Sexkaufverbot drohen bis zu 19.200 Euro Strafe.

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Das Gesetz war bereits vor anderthalb Jahren verabschiedet worden. Vor dem Inkrafttreten sollte die Regierung Hilfsangebote organisieren, die Prostituierten ermöglichen, eine alternative Existenzgrundlage zu finden. Nach einem Bericht der Internetzeitung „Times of Israel“ (Jerusalem) forderten LGBTQ-Verbände – Abkürzung steht für Lesbisch, Schwul (Gay), Bisexuell, Transgender und Queer – und Frauenrechtsgruppen, das Inkrafttreten des Gesetzes aufzuschieben. Sie werfen der Regierung vor, die geschaffenen Hilfsangebote reichten noch nicht aus.

Auch das Ministerium für öffentliche Sicherheit habe sich um einen Aufschub bemüht und erklärt, die Polizei könne das neue Gesetz nicht durchsetzen. Justizminister Avi Nissenkorn wies die Forderungen nach einem Aufschub zurück. Zur Begründung erklärte er über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Frauen sind kein Eigentum und ihre Körper sind nicht um jeden Preis zu mieten.“

Nach Schätzungen des Wohlfahrtsministeriums gab es in Israel im Jahr 2016 rund 12.000 Prostituierte. Laut einer Untersuchung verkauften 71 Prozent von ihnen ihren Körper aus finanzieller Not. 76 Prozent wollten die Prostitution aufgeben, wenn sie könnten.

Laut einer Umfrage der Universität Tel Aviv hat ein Drittel der israelischen Männer mindestens einmal in ihrem Leben für sexuelle Dienstleistungen bezahlt. Etwa die Hälfte von ihnen glaubt, dass das neue Gesetz sie nicht daran hindern werde, dies auch in Zukunft zu tun.

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