Donnerstag • 25. Februar
Gerichtsentscheid
10. Februar 2021

In Kalifornien sind Gottesdienste unter Auflagen wieder erlaubt

Das oberste US-Gericht erlaubt in Kalifornien wieder Gottesdienste. Foto: pixabay.com
Das oberste US-Gericht erlaubt in Kalifornien wieder Gottesdienste. Foto: pixabay.com

Washington (IDEA) – Der Oberste US-Gerichtshof hat Präsenzgottesdienste im Bundesstaat Kalifornien wieder zugelassen. Damit endete ein seit Monaten herrschender Rechtsstreit um das dort geltende Gottesdienstverbot aufgrund der Corona-Pandemie. Die Auslastung in den Kirchenräumen darf nur bei 25 Prozent liegen, Singen ist verboten.

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Die Richter reagierten mit ihrem Urteil auf Dringlichkeitsanträge von zwei Kirchen in Chula Vista („South Bay United Pentecostal Church“) und in Pasadena („Harvest Rock Church“). Zu letzterer gehören in Kalifornien mehr als 160 Gemeinden.

Richter vertreten unterschiedliche Positionen

Die Entscheidung fiel mit sechs zu drei Stimmen. Der Vorsitzende des Obersten Gerichts, John Roberts, erklärte, dass er zwar für die Aufhebung des Singverbotes keine Grundlage sehe, aber eine „unzureichende Wertschätzung oder Berücksichtigung der Interessen“. Ähnlicher Ansicht waren die Richter Amy Coney Barrett und Brett M. Kavanaugh.

Neil Gorsuch – unterstützt von den beiden Richtern Clarence Thomas und Samuel Alito – beklagte: „Wenn Hollywood ein Studiopublikum empfangen oder einen Gesangswettbewerb filmen darf, während keine einzige Seele Kaliforniens Kirchen, Synagogen und Moscheen betreten darf, ist etwas ernsthaft schief gelaufen.“

Anderer Meinung waren die Richter Elena Kagan, Stephen Breyer und Sonia Sotomayor. Sie warnten davor, dass diese Entscheidung die Pandemie verschlimmern könnten.

Kirche kündigt Einsatz gegen Singverbot an

Zahlreiche Kirchen unterschiedlicher Konfession hatten die strengen Maßnahmen im Umgang mit Gotteshäusern in den vergangenen Monaten scharf kritisiert und teilweise bewusst gegen sie verstoßen.

Der Pastor der Pfingstkirche in Chula Vista, Art Hodges, sagte gegenüber den lokalen Medien, er sei dankbar dafür, nun Gottesdienst „ohne Druck, Bedrohung oder Sorge“ abhalten zu können.

Auch die „Harvest Rock Church“ kündigte zeitnah Gottesdienste an. Sie will allerdings auch für die Aufhebung des Singverbots kämpfen.

Die Erzdiözese von Los Angeles zeigte sich erfreut über das Urteil und riet den Gemeinden, Auflagen und Sicherheitsmaßnahmen genau einzuhalten.

Neue Richtlinien beschlossen

Dem Urteil folgend gab das Büro des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom überarbeitete Richtlinien für Präsenzgottesdienste heraus, die eine Auslastung von 25 Prozent in schwer von Corona betroffenen Region und eine von 50 Prozent in mäßig bis leicht betroffenen Gebieten erlauben.

Zuvor waren Gottesdienste in Gegenden mit hoher Inzidenz – was für den Großteil des Bundesstaates gilt – verboten.