Montag • 16. September
Tauziehen um Tabakwerbung geht weiter
21. August 2019

Die Initiative kommt zustande

Werbeplakat für die Volksinitiative im Hintergrund. kinderohnetabak.ch
Werbeplakat für die Volksinitiative im Hintergrund. kinderohnetabak.ch

(idea/dg) - Die Initiative "Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung (Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung)" kommt zustande. Die Trägerschaft, zu der auch das Blaue Kreuz Schweiz gehört, kündigte den 12. September als Einreichedatum an. "Wir haben über 100 000 gültige Unterschriften gesammelt und die Beglaubigung läuft nach Plan", heisst es in einem Schreiben der Trägerschaft. Es sei aber nur ein Etappensieg und das Rennen um einen konsequenten Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabak- und E-Zigarettenwerbung laufe weiter. Mit der Initiative soll - so der Initiativtext - "namentlich jede Art von Werbung für Tabakprodukte, die Kinder und Jugendliche erreicht", verboten werden.

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WHO-Konvention erfüllt?

Die zuständige Ständeratskommission verschärfte kurz nach der Ankündigung der Initianten am 13. August ihren Entwurf zu einem neuen Tabakproduktegesetz. Damit wolle sie die Voraussetzungen zur Ratifizierung der Tabak-Konvention der Weltgesundheitsorganisation WHO schaffen, schreibt die Kommission. Die Schweiz hat die Konvention zwar 2004 unterschrieben, aber wie Andorra, Monaco und Liechtenstein noch nicht ratifiziert. Die Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz sieht hingegen auch im neuen Entwurf der Ständeratskommission die Vorgaben dieser Konvention weiterhin nicht erfüllt. Einige Forderungen der Allianz seien zwar aufgenommen worden. Tabakwerbung soll aber gar keinen Platz mehr haben: "Mit einem umfassenden Verbot von Werbung, Promotion und Sponsoring für Tabakwaren würde die Schweiz einen der Hauptpunkte der internationalen Rahmenkonvention über die Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation WHO erfüllen." Als Nächstes hat der Ständerat im September darüber zu befinden. Er hat abzuwägen zwischen den Interessen der Suchtverbände und der Tabakindustrie. Letztere wehrt sich gegen neue Einschränkungen bei der Werbung. Neugier, Gruppendruck und das persönliche Umfeld seien entscheidender als Werbung.
www.kinderohnetabak.ch

 

 

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