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14. März 2020

Corona: Trump erklärt den 15. März zum Nationalen Gebetstag

Donald Trump kündigte an, dass die Regierung bis zu 50 Milliarden Dollar bereitstellen werde, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Foto: picture-alliance/NurPhoto
Donald Trump kündigte an, dass die Regierung bis zu 50 Milliarden Dollar bereitstellen werde, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Foto: picture-alliance/NurPhoto

Washington/Hannover (idea) – US-Präsident Donald Trump hat angesichts der Coronakrise den 15. März zum Nationalen Gebetstag erklärt. Zur Begründung schrieb er auf Twitter: „Wir sind ein Land, welches in unserer Geschichte sich immer wieder nach Gott um Schutz und Stärke in Zeiten wie diesen umgesehen hat.“ Trump ermutigte alle Bürger, sich „in einem Akt des Glaubens dem Gebet zuzuwenden. Gemeinsam werden wir sehr einfach die Oberhand haben!“

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In den USA haben sich nach Angaben des Zentrums für Seuchenkontrolle und -prävention bisher mehr als 2.900 Menschen mit dem Virus infiziert. 41 starben demnach an den Folgen. Trump hat wegen der Corona-Pandemie den Notstand ausgerufen.

Er kündigte an, dass die Regierung bis zu 50 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro) bereitstellen werde, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. In Deutschland gibt es bisher mehr als 4.500 bestätigte Corona-Infizierte und acht Tote aufgrund der Krankheit.

SELK-Bischof: Staatlichen Anordnungen gehorchen

Die Kirchen in Deutschland haben weithin empfohlen, alle Gottesdienste und sonstigen Veranstaltungen bis Mitte bzw. Ende April ausfallen zu lassen. Der Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Hans-Jörg Voigt (Hannover), richtete ein geistliches Wort an deren Mitglieder.

Daran rät er, den Anordnungen von Kommunen Folge zu leisten, wenn sie Versammlungen und damit auch Gottesdienste untersagen. Hier stünden das Gebot der Feiertagsheiligung und das Gebot der Gehorsamspflicht gegeneinander.

Im Sinne einer sogenannten „Güterabwägung“ könne man davon ausgehen, dass der Rat der Stadt oder die Gesundheitsbehörde nicht aus antikirchlichen Motiven handele, sondern aufgrund der Für- und Vorsorge. Zudem handele es sich um eine vorübergehende Maßnahme.

Deshalb habe der christliche Gehorsam großes Gewicht. Niemand könne genau einschätzen, welche Konsequenzen aus einer Befolgung des Gebots „Du sollst den Feiertag heiligen“ in Bezug auf Ansteckung folgen könnten: „Auch wenn ich selbst nicht zur Risikogruppe gehöre, so könnte ich doch jemanden mit schweren Folgen anstecken.“

Hausabendmahl in Familien feiern

Im Blick auf den Gottesdienst empfiehlt Voigt, die Predigt elektronisch aufzuzeichnen und einen Link an die Gemeindemitglieder zu verschicken. Er regt ferner an, das Hausabendmahl in Familien zu feiern. Dass dabei durch den Pfarrer „größte Hygiene geboten ist, versteht sich von selbst“.

All dies könne den Abendmahlsgottesdienst in den Gemeinden aber nicht ersetzen. Eine solche Epidemie zeige, „wie abhängig wir von Gottes Hilfe und Gnade sind“. Der Bischof ruft dazu auf, in diesen Tagen nicht müde zu werden im Gebet. Zur SELK gehören 33.500 Mitglieder in 174 Gemeinden.