21. November 2020

Joelruf-Treffen am Bettag

Warketin: "Wo liegt unser Fokus?"

Friedegard Warkentin:
Friedegard Warkentin: "Der Geist Gottes soll unser Denken bestimmen." Foto: zvg

(idea/Livenet) - Die Einheit der Christen, das Gebet für Deutschland, das Thema Hoffnung sowie der Aufruf zu Busse und Umkehr bestimmten das sogenannte "Joelruf-Gebet" am Buss- und Bettag (18. November) in Deutschland. Etwa 200 christliche Leiterinnen und Leiter nahmen an dem Gebetstreffen via Konferenzvideo teil. Es stand unter dem Motto eines Verses des Propheten Joel: "Ja, zerreisst eure Herzen vor Trauer und nicht bloss eure Kleider!" (Die Bibel, Buch Joel, Kapitel 2, Vers 13).

"Hände voll zu tun, aber keine betenden Hände"

Pfarrer Josef Fleddermann (Bremen), der das Treffen mit moderierte, hinterfragte den Umgang der Christen mit der Corona-Pandemie: "Man schaut in alle Richtungen, aber nicht nach oben, auf Gott. Wir haben alle Hände voll zu tun, auch in den Kirchen, aber wie wenig falten wir sie ganz bewusst zum Gebet", so Fledermann. Er ist Sprecher der katholischen Charismatischen Erneuerung in Deutschland (CE).

Warnung, sich nicht vereinnahmen zu lassen

Friedegard Warkentin nahm den Aufruf zur Umkehr auf und richtete mahnende Worte an die Christen. Es gehe auch in schwierigen Zeiten darum, sich nicht von den Entwicklungen vereinnahmen zu lassen, sondern der Beziehung zu Jesus unbedingten Vorrang einzuräumen: "Diese Beziehung ist so kostbar. Wenn wir irgendwen oder irgendetwas mehr lieben als ihn, sind wir es nicht wert, zu ihm zu gehören." Dieser Schatz der Beziehung zu Gott habe grosse Bedeutung, ihn zu verspielen ist sei Verrat, mahnte die Gründerin der therapeutischen Gemeinschaft Eser 21 in Augsburg. "Ein Verrat an Gott, an Jesus, an dem, was er geschenkt hat."

Mit Jesus in der Mitte

Wenn die Beziehung zu Jesus nicht mehr im Zentrum stehe, habe das Auswirkungen: "So schnell passiert es, dass unsere ganze Aufmerksamkeit, unser Fokus, auf der politischen Situation ist, auf der Corona-Situation und wir uns verstricken und nicht in Gott unseren Anker finden." Wenn nicht der Geist Gottes wesentlich unser Denken bestimme, entstehe in unserem Herzen ein Vakuum und das fülle sich mit dem Zeitgeist, sagte Friedegard Warkentin. "Wir weiten dann die enge Pforte und wir verbreitern den Weg zu Gott. Vielleicht wollen wir netter sein als Gott, dann stellen wir die Bedürfnisse von Menschen über die Position Gottes. Wir sind aufgerufen, Licht und Salz in dieser Welt zu sein."

Christen haben Hoffnung

Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg) betonte, dass der Gott der Christen ein Gott der Hoffnung sei. Doch schnell gerieten Menschen mit Hoffnungen und Optimismus hierzulande in den Verdacht, naiv zu sein. Demgegenüber erinnerte Hartl an ein Wort des Lehrers Paulus: "Deshalb wünsche ich für euch alle, dass Gott, der diese Hoffnung schenkt, euch in eurem Glauben mit grosser Freude und vollkommenem Frieden erfüllt, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes wachse." (Römerbrief, Kapitel 15, Vers 13)

In Einheit Gott bitten, dass er eingreift

Die Initiatoren des Gebetsaufrufes unterstrichen, dass es um die Bedeutung des Gebets in Einheit gehe und darum, "in Einheit zusammenzukommen, um stellvertretend für unser Land Gott zu loben, vor Gott zu bekennen und ihn um sein erbarmendes Eingreifen zu bitten". Initiatoren dieses speziellen Buss- und Bettags waren Henning Dobers (GGE Deutschland), Johannes Hartl, Fadi Krikor (Father's House for all Nations), Gerhard Pross (CVJM Esslingen), Josef Fleddermann, Julia Warkentin (Gebetshaus München) und Sr. Vernita Weiss, (Schönstatt-Bewegung). (Quelle: Livenet/Norbert Abt)