26. Oktober 2020

Geschäftsberichte 2019

DAX-Unternehmen wenden sich von gendergerechter Sprache ab

Im Adidas-Geschäftsbericht heißt es etwa, „auf geschlechterspezifische Formulierungen wie Mitarbeiter (innen) oder Konsument (innen)“ werde verzichtet. Foto: idea/Jelena Simmer
Im Adidas-Geschäftsbericht heißt es etwa, „auf geschlechterspezifische Formulierungen wie Mitarbeiter (innen) oder Konsument (innen)“ werde verzichtet. Foto: idea/Jelena Simmer

Siegburg (idea) – Während immer mehr Institutionen eine sogenannte gendergerechte Sprache benutzen – etwa Universitäten und öffentliche-rechtliche Sender – gibt es in den Jahresberichten großer Konzerne einen gegenläufigen Trend. Das berichtete das „PR-Journal“, das Online-Portal für PR und Kommunikation, mit Sitz in Siegburg.

Dessen Autor Manfred Piwinger hatte dazu die Geschäftsberichte des Jahres 2019 von Unternehmen aus dem DAX (Deutscher Aktienindex) ausgewertet. Sein Fazit: „Im Vergleich zu den Vorjahren ist tendenziell eine Abkehr von Doppelbenennungen erkennbar.“

Zur Erläuterung: Zum Beispiel wird die Bezeichnung „Mitarbeiter“ verwendet und nicht zusätzlich „Mitarbeiterinnen“. Die Konzerne begründeten dies mit der „besseren Lesbarkeit“, „Vereinfachungsgründen“ oder „der Vereinfachung der Sprache“. Das PR-Journal nennt 16 Beispiele, darunter Adidas, Bayer, BMW, Daimler, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Henkel, RWE und Volkswagen.

So heißt es im Adidas-Geschäftsbericht, „auf geschlechterspezifische Formulierungen wie Mitarbeiter (innen) oder Konsument (innen)“ werde verzichtet. Die gewählte männliche Form stehe „stellvertretend für alle Geschlechter“. Bei Volkswagen heißt es: „Wir bitten unsere Leserinnen und Leser um Verständnis, dass wir aus Gründen der Sprachvereinfachung die maskuline grammatische Form verwenden.“