Sonntag • 19. November
Iran
01. Juli 2017

Zwei Christen wegen ihres Glaubens seit fünf Jahren in Haft

Der im Iran inhaftierte Christ Mohammed Roghangir. Foto: IGFM
Der im Iran inhaftierte Christ Mohammed Roghangir. Foto: IGFM

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangene des Monats Juli“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die im Iran inhaftierten Christen Mohammed Roghangir und Massoud Rezai benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die Betroffenen einzusetzen und für sie zu beten. Die beiden Konvertiten wurden am 12. Oktober 2012 bei einem Gebetstreffen in der zentraliranischen Stadt Schiras zusammen mit drei weiteren ehemaligen Muslimen festgenommen. Im darauffolgenden Jahr verurteilte ein Gericht die beiden evangelischen Christen wegen „Propaganda gegen das System“ sowie „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“. Roghangir und Rezai erhielten eine sechs- bzw. fünfjährige Haftstrafe. Dem Nationalrat der Kirche Irans zufolge entbehren die Anklagevorwürfe jeder Grundlage. Beide Christen legten Berufung gegen das Urteil ein. Sie wurde ebenso abgewiesen wie ein Antrag auf vorzeitige Haftentlassung im Herbst vorigen Jahres. Roghangir soll auferlegt worden sein, im Falle einer Freilassung das Land zu verlassen, was er ablehnte. Drei weitere Christen – Mehdi Ameruni, Seyed Bijan Farokhpour Haghigi und Eskander Rezai – , die ebenfalls 2013 verurteilt wurden, kamen Ende 2015 frei. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Hassan Rohani, um die Freilassung der beiden Christen zu bitten. Der Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. 95 Prozent der über 77 Millionen Einwohner des Iran gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Die Zahl der Christen liegt bei 360.000 (0,5 Prozent).

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