Sonntag • 29. November
Sonntag der verfolgten Kirche
29. Oktober 2020

Wo das Christsein lebensgefährlich ist

idea-Sonderausgabe über Länder, in denen Christen diskriminiert und verfolgt werden. Foto: zvg
idea-Sonderausgabe über Länder, in denen Christen diskriminiert und verfolgt werden. Foto: zvg

Zürich (idea/sea) - Ob wegen politischer Unterdrückung, aus ideologischen Erwägungen oder wegen religiösem Fanatismus: In Algerien, Kuba und Pakistan kann es gefährlich sein, den christlichen Glauben zu leben. Am Sonntag der verfolgten Kirche stehen diese drei Staaten stellvertretend für rund 70 Länder, in denen es ernsthafte Verstösse gegen die Religionsfreiheit gibt.

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Kirchenschliessungen in Algerien

In Algerien wurden seit 2018 über 15 Kirchen geschlossen. Was der Regierung besonders missfalle, seien die vielen Christen mit muslimischem Hintergrund, berichtet ein lokaler Pastor. Für sie ist es auch innerhalb der Familie riskant, über den Glauben zu sprechen. Allgemein stehen Christen unter Beobachtung durch ihr soziales oder privates Umfeld und werden durch staatliche Sicherheitskräfte überwacht.

Kuba: Allianz nicht anerkannt

Auf Kuba wiederum ist seit den 1990er-Jahren ein massives Gemeindewachstum festzustellen, so dass selbst die kubanischen Behörden von mehr als zehn Prozent evangelischen Christen in der Gesamtbevölkerung ausgehen. Doch bleibt die Situation für Christen im Land schwierig. So wurde zum Beispiel die neu gegründete Evangelische Allianz (AIEC) von den Behörden nicht anerkannt, ihr Existenzrecht kategorisch verweigert und gegen die Leiter ein Verfahren eröffnet. Und eine Kirche wurde demoliert, mit der Begründung, sie sei illegal gebaut worden.

Schreiendes Unrecht in Pakistan

In Pakistan werden Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten immer wieder Opfer von Terror und Gewalt. Gemeinden werden drangsaliert und angegriffen. Eine stetige Quelle der Bedrohung ist ein Artikel im Strafgesetzbuch, gemäss dem für jede Äusserung gegen den Islam wegen Blasphemie die Todesstrafe droht. Oft genügt ein Gerücht, dass ein Christ gegen Mohammed gelästert habe, um Lynchmorde, Brandschatzungen oder eine Verhaftung auszulösen. Rechtsanwälte, die wegen Blasphemie Angeklagte verteidigen, und Richter, die Freisprüche fällen, riskieren ihr Leben. Im Lauf des Jahres 2019 wurden in Pakistan neun Rechtsanwälte ermordet. Junge Frauen leiden ebenfalls unter dieser Intoleranz: Entführungen und Vergewaltigungen von jungen Frauen mit christlichem oder hinduistischem Hintergrund, erzwungene Hochzeiten mit Muslimen und Zwangsübertritte zum Islam sind alltägliche Phänomene. Anzeigen werden ignoriert und Angehörige beschuldigt, die "freiwillig konvertierte" Frau und ihre neue Familie zu belästigen.

Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA, Linus Pfister, sagt angesichts dieser erdrückenden Sachlage: "Die westliche Staatengemeinschaft muss sich viel stärker für religiöse Toleranz bei bi- oder multilateralen Gesprächen einsetzen. Armut und Migrationsströme stehen in direktem Zusammenhang mit fehlenden Menschenrechten, zu denen auch die Religionsfreiheit gehört."

Idea-Sonderheft "Christenverfolgung heute"

Idea stellte ein Sonderheft zusammen. Darin wird über mehrere Länder berichtet, in denen Christen diskriminiert, ja verfolgt werden. Abonnenten des Wochenmagazins "ideaSpektrum" erhalten diese Spezialausgabe kostenlos. Dieses Heft kann für CHF 2.00 pro Exemplar zum Verteilen in Kirchen und Gemeinden bestellt werden werden. Per E-Mail bei: inserate(at)ideaschweiz.ch; Telefon 031 818 01 46 (Urs Scharnowski).