Mittwoch • 1. April
Weltfrauentag
07. März 2020

Religiös Verfolgte besser schützen

In Seminaren erfahren Frauen aus Verfolgungsländern Zuspruch und Trost. Foto: Open Doors
In Seminaren erfahren Frauen aus Verfolgungsländern Zuspruch und Trost. Foto: Open Doors

Berlin/Kelkheim (idea) – Christliche Werke und Verbände haben zu einem besseren Schutz von Frauen und ihren Rechten aufgerufen. Anlass ist der Internationale Weltfrauentag am 8. März.

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Auf die Verfolgung und Unterdrückung von Christinnen weist das christliche Hilfswerk Open Doors (Kelkheim) hin. Demnach habe eine Untersuchung zu den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex gezeigt, dass Frauen gleich doppelt gefährdet seien: weil sie einem Glauben folgen, der von der Mehrheitsreligion im jeweiligen Land nicht akzeptiert wird und aufgrund ihres Geschlechts. So drohen ihnen insbesondere sexuelle Gewalt und Zwangsheirat.

In Pakistan etwa ständen besonders die 13- bis 20-Jährigen in der Gefahr, entführt, vergewaltigt und zum Glaubenswechsel sowie zur Ehe mit dem Vergewaltiger gezwungen zu werden. Selbst wenn ein Fall vor Gericht komme, würden die christlichen Mädchen unter Druck gesetzt, ihren Glaubenswechsel als „freiwillig“ zu erklären. „Mehr als 1.000 christliche und auch hinduistische Mädchen werden jedes Jahr auf diese Weise zur Ehe gezwungen“, so das Hilfswerk.

Länder wie Deutschland, die sich der Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet haben, müssten darum für eine anhaltende Verbesserung der Betroffenen eintreten. Open Doors ruft weiterhin zum Gebet für die von sexueller Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen auf.

Bundesverband Lebensrecht: Abtreibung löst Probleme nicht

Zum Thema Müttersterblichkeit äußerte sich der Bundesverband Lebensrecht (BVL/Berlin). Demnach könnte eine flächendeckende medizinische Versorgung Todesfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt weltweit nachhaltig senken. „Manche Organisationen jedoch, darunter die International Planned Parenthood Federation mit ihrer deutschen Gründungsorganisation Pro Familia sowie weitere an Abtreibung verdienende Organisationen wie Marie Stopes International, verlangen vorrangig eine flächendeckende Versorgung mit Abtreibungseinrichtungen“, kritisiert die Verbandsvorsitzende Alexandra Linder (Weuspert/Sauerland).

Ihr zufolge sind Abtreibungen jedoch weder als Mittel gegen die Müttersterblichkeit geeignet, noch lösen sie die eigentlichen Probleme – wie etwa Vergewaltigung oder das generelle Unerwünschtsein von Mädchen. So gelte es vielmehr, Betroffene zu stärken, gegen Diskriminierung vorzugehen und einen gesellschaftlichen Respekt vor der Lebensleistung der Mütter zu schaffen. „Dann muss man echte Lösungen finden, ideologiefrei, human und unter Berücksichtigung dessen, was Menschen wirklich brauchen und was sie weiterbringt“, so Linder.

Zum Bundesverband Lebensrecht gehören 13 Organisationen. Darunter ist auch der Verein Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA). Wie deren Vorsitzende Cornelia Kaminski (Fulda) schreibt, gehen Forderungen nach einem Menschenrecht auf Abtreibung „in die völlig falsche Richtung“. So erhalte der Verein zahlreiche Anrufe von Betroffenen, die ihre Schwangerschaft gegen ihren Willen durch eine Abtreibung beenden müssten – etwa aufgrund von Druck vonseiten des Partners oder weil eine Beziehung vor der Familie verheimlicht werden müsse.

Es besteht ein Handlungsbedarf des Staates

Durch ein gesellschaftliches Klima, dass Abtreibungen zusehends normalisiere, werde die Not der Frauen zusätzlich verschärft. „In dieser Situation sind Entscheidungen selten selbstbestimmt und frei, sondern vielmehr von eben diesen Ängsten diktiert und erzwungen“, so Kaminski. Gerade in der Schwangerschaft sollte den Betroffenen stattdessen jede erdenkliche Unterstützung zukommen. „Hier besteht ein großer Handlungsbedarf des Staates, der diese Unterstützung bisher gerne anderen, oft ehrenamtlich tätigen Organisationen überlässt“, so die Vorsitzende.

Familienbund der Katholiken: Vor allem Mütter bei Gehältern benachteiligt

Der Familienbund der Katholiken kritisiert in seiner Mitteilung hingegen die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen. So würden vor allem Mütter bei Gehältern benachteiligt – auch, weil immer noch hauptsächlich Frauen die Sorgearbeit übernähmen. Demnach habe eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin) gezeigt, dass sich die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen in der Erwerbsbiografie erstmals um das 30. Lebensjahr öffne – also zu dem Zeitpunkt, zu dem Frauen im Durchschnitt ihr erstes Kind bekommen.

Ebenso benachteiligt würden Frauen, wenn es um die Alterssicherung gehe. „Diese Ungerechtigkeit auf dem Rücken von Frauen mit Familie trägt gerade dazu bei, was die Politik eigentlich nach Kräften verhindern sollte – nämlich Familienarmut“, so Familienbund-Präsident Ulrich Hoffmann. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssten die Gehaltsschere zwischen Frauen und Männern darum „nicht nur wortreich beklagen“, sondern Arbeit gerecht bezahlen und verteilen – am Arbeitsplatz wie zu Hause.

Der Weltfrauentag geht zurück auf eine Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin (1857–1933) im Jahr 1910. Seit 1921 wird er immer am 8. März begangen.