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Resolution
30. Oktober 2019

USA erkennen Massenmord an Armeniern als Genozid an

Das Kapitol in Washington. Symbolfoto: pixabay.com
Das Kapitol in Washington. Symbolfoto: pixabay.com

Washington (idea) – Die USA haben die Massaker an christlichen Armeniern im islamischen Osmanischen Reich als Völkermord eingestuft. Mit einem Stimmenverhältnis von 405 zu 11 verabschiedete das Repräsentantenhaus am 29. Oktober eine entsprechende Resolution.

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Die Sprecherin des Hauses, Nancy Pelosi (Demokraten), bezeichnete es als Ehre, der Entschließung „in feierlichem Gedenken an eine der großen Gräueltaten des 20. Jahrhunderts: die systematische Ermordung von mehr als 1,5 Millionen armenischen Männern, Frauen und Kindern durch das Osmanische Reich“ zuzustimmen. Die Politikerin weiter: „Heute wollen wir die Fakten deutlich machen, die für immer in das Kongressbuch eingebrannt werden: Die Barbarei gegen das armenische Volk war ein Völkermord.“

Dabei waren zwischen 1915 und 1917 1,5 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Die türkische Regierung bestreitet bis heute, dass es den Völkermord gegeben hat.

Türkei: Resolution ist wertlos

Die Führung in Ankara verurteilte die Abstimmung scharf. Im türkischen Fernsehen bezeichnete Präsident Recep Tayyip Erdogan die Resolution als wertlos. Man werde sie nicht anerkennen. Er kündigte außerdem eine Reaktion durch das türkische Parlament an.

Das Außenministerium warnte in einer Stellungnahme davor, dass diese Resolution die Beziehung beider Staaten gefährde. Außenminister Mevlüt Cavusoglu wertet das Vorgehen als Reaktion auf die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien in den vergangenen Wochen. Er twitterte: „Kreise, die glauben, dass sie sich auf diese Weise rächen können, irren sich. Diese beschämende Entscheidung derjenigen, die die Geschichte für ihre Politik ausnutzen, ist für unsere Regierung und unser Volk null und nichtig.“

Auch Deutschland erkennt die Massaker an Armeniern als Völkermord an. Am 2. Juni 2016 hatte der Bundestag eine entsprechende Resolution verabschiedet und dafür ebenfalls von der Türkei Kritik geerntet.