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Hausarrest
26. Juli 2018

US-Politiker: Brunson endgültig freilassen!

US-Pastor Andrew Brunson (Mitte) wurde aus der Untersuchungshaft entlassen und unter Hausarrest gestellt. Foto: picture-alliance/AP Photo
US-Pastor Andrew Brunson (Mitte) wurde aus der Untersuchungshaft entlassen und unter Hausarrest gestellt. Foto: picture-alliance/AP Photo

Washington/Izmir (idea) – Führende US-Politiker haben die Entlassung des US-Pastors Andrew Brunson (50) aus der Untersuchungshaft in der Türkei begrüßt. Gleichzeitig forderten sie seine endgültige Freilassung. Der Zweite Oberste Strafgerichtshof im westtürkischen Izmir hatte die Untersuchungshaft am 25. Juli in Hausarrest umgewandelt. Sein Haus in Izmir darf Brunson nicht verlassen. Ihm werden Spionage und Verbindungen zu terroristischen Organisationen vorgeworfen. Dafür drohen dem Geistlichen insgesamt 35 Jahre Haft. Die nächste Anhörung wurde für den 12. Oktober angesetzt.

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Außenminister Pompeo: Es gibt keine glaubwürdigen Beweise gegen Brunson

US-Vizepräsident Mike Pence schrieb auf Twitter, dass er mit Brunson telefoniert habe. Er habe dem Pastor versichert, dass US-Präsident Donald Trump und die gesamte Regierung sich weiter für seine vollständige Freilassung einsetzten. US-Außenminister Mike Pompeo sprach auf Twitter von einer längst überfälligen Nachricht. Nun müsse das Verfahren endgültig beendet werden. Es seien keine glaubwürdigen Beweise gegen Brunson vorgebracht worden: „Wir fordern die türkischen Behörden auf, seinen Fall umgehend in transparenter und fairer Weise zu lösen.“ Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) beklagte, dass die türkische Regierung einen unschuldigen Mann zu lange seiner Freiheit beraubt habe. Das Amerikanische Zentrum für Recht und Gerechtigkeit (Washington), das Brunson vertritt, sprach von einem ersten entscheidenden Schritt. Man glaube, dass der Pastor freikommen werde, erklärte der Leiter des Zentrums, Jay Sekulow. Man sei dankbar für die Unterstützung von Trump. Der Anwalt Brunsons, Ismail Cem Halavurt, sagte, dass der Pastor sein Haus nur für eine Anhörung vor Gericht oder ein Interview verlassen dürfe: „Er wird zu Hause frei sein, aber er kann nichts weiter tun.“

Franklin Graham: Weiter für Brunson und seine Familie beten

Der Präsident der Billy-Graham-Gesellschaft, Franklin Graham (Charlotte/Bundesstaat Nord Carolina), dankte Gott für das Zeichen der Hoffnung und rief auf Twitter auf, weiter für Brunson und seine Familie zu beten. Brunson lebt seit 1993 in der Türkei und arbeitete in der Auferstehungskirche in Izmir. Am 7. Oktober 2016 wurde der dreifache Vater zusammen mit seiner Frau Norina verhaftet. Sie kam zwölf Tage später wieder frei. Präsident Erdogan bot am 28. September den USA an, Brunson gegen den im US-Bundesstaat Pennsylvania lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen auszutauschen. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) hatten Brunson im Oktober 2017 als „Gefangenen des Monats“ benannt. Sie riefen dazu auf, sich für seine Freilassung einzusetzen und für ihn zu beten.

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