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Türkei
12. Januar 2020

Drei aramäische Christen verhaftet

Der Abt des im 12. Jahrhundert gegründeten Klosters St. Jakob, Aho Bilecen. Foto: Bundesverband der Aramäer in Deutschland
Der Abt des im 12. Jahrhundert gegründeten Klosters St. Jakob, Aho Bilecen. Foto: Bundesverband der Aramäer in Deutschland

Mardin/Heidelberg (idea) – In der südosttürkischen Provinz Mardin sind in den vergangenen Tagen drei aramäische Christen, darunter ein Mönchspriester, verhaftet worden. Das teilte der Bundesverband der Aramäer in Deutschland am 11. Januar in Heidelberg mit.

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Die Festnahmen seien Teil einer Verhaftungswelle gegen Anhänger der kurdischen Untergrundorganisation PKK. Bei den Inhaftierten handele es sich um den Abt des im 12. Jahrhundert gegründeten Klosters St. Jakob, Aho Bilecen (43), den Bürgermeister der aramäischen Ortschaft Arkah, Josef Yar (45), und Musa Tastekin aus Sederi. Dieser sei inzwischen unter Auflagen aus der Haft entlassen worden.

Die Gründe für die Inhaftierungen sind laut dem Verband unbekannt. Dessen Bundesvorsitzender Daniyel Demir (Heidelberg) erklärte: „Die Inhaftierung eines hochgeschätzten und beliebten Geistlichen sowie eines Bürgermeisters einer aramäischen Ortschaft mit noch 50 ansässigen Familien ist alarmierend und hat bei der aramäischen Gemeinschaft weltweit große Sorge und Bestürzung ausgelöst. Wir stehen mit den Juristen und Verantwortlichen vor Ort in engem Austausch und fordern die unverzügliche Freilassung der unschuldig in Haft befindlichen Personen.“

Die urchristliche aramäische Gemeinschaft des Tur Abdin („Berg der Diener Gottes“) im Südosten des Landes leidet seit Jahrzehnten unter den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der türkischen Armee bzw. Gendarmerie und der PKK. In den 80er- und 90er-Jahren wurden dabei auch Aramäer ermordet, darunter Ärzte und Ortsvorsteher, sowie Geistliche entführt und bedroht. Das löste eine Massenauswanderung aus dem Tur Abdin in Richtung Deutschland und die EU aus.

Im Bundesgebiet leben heute etwa 150.000 Aramäer, in der EU bis zu 350.000. Die Zahl der verbliebenen Aramäer im Tur Abdin liegt bei kaum über 2.000.

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