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Radikale Muslime
27. Januar 2019

Philippinen: 27 Menschen sterben bei Bombenanschlag auf eine Kirche

Wahrscheinlich ist, dass muslimische Terroristen den Anschlag verübt haben. Foto: picture-alliance/AP Photo
Wahrscheinlich ist, dass muslimische Terroristen den Anschlag verübt haben. Foto: picture-alliance/AP Photo

Jolo (idea) – Bei einem Bombenanschlag auf die katholische Kathedrale der Philippinen-Insel Jolo sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Nach einem Bericht des indischen Nachrichtensenders NDTV (Neu-Delhi) wurden weitere 71 Menschen verletzt. Die Bombe explodierte während des Sonntagsgottesdienstes im Inneren der Kirche. Als die Besucher aus dem Gebäude flohen, ereignete sich eine zweite Explosion auf dem Parkplatz des Gotteshauses. Für den Anschlag übernahm zunächst niemand die Verantwortung. Die Insel Jolo gilt als wichtiger Stützpunkt der muslimischen Terrorgruppe Abu Sayyaf, die dem „Islamischen Staat“ nahesteht. Sie hatte in der Vergangenheit mehrfach Anschläge auf Kirchen der Insel verübt.

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Terrorgruppe kämpft für einen muslimischen Staat

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) erklärte in einer Stellungnahme, der Hintergrund für den Anschlag sei das Ergebnis einer Volksabstimmung auf der philippinischen Insel Mindanao. Dort hatte bei einer Volksabstimmung in der vergangenen Woche eine breite Mehrheit für die Errichtung einer autonomen Region im überwiegend von Muslimen bewohnten Süden der Insel gestimmt. Die Terroristen wollten durch den Anschlag ihre Ablehnung dieses Ergebnisses demonstrieren. In dem betreffenden Gebiet befänden sich Rückzugs- und Ausbildungslager muslimischer Terrorgruppen. Sie kämpfen von dort aus gegen die philippinische Zentralregierung in Manila für die Errichtung eines unabhängigen muslimischen Staates. Deshalb fürchteten sie, der Regierung könne es durch die erweiterten Autonomierechte gelingen, die muslimischen Gebiete im Süden des Inselstaates zu befrieden. Die Philippinen sind aufgrund der spanischen Kolonialzeit das einzige vorwiegend christlich geprägte Land Asiens. Von den rund 106,5 Millionen Einwohnern des Inselstaates sind rund 80 Prozent Katholiken, elf Prozent Protestanten und sechs Prozent Muslime.

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