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Verteilung des Neuen Testamentes vor Schulen
22. November 2018

Mutter bezeichnet Bibeln verteilen als "skandalös"

Eine empörte Mutter, ein laizistischer Ex-Kantonsparlamentarier und Vertreter der Gideons und der Evangelischen Allianz kommen in 20Minutes zu Wort. Bild: Printscreen 20min.ch
Eine empörte Mutter, ein laizistischer Ex-Kantonsparlamentarier und Vertreter der Gideons und der Evangelischen Allianz kommen in 20Minutes zu Wort. Bild: Printscreen 20min.ch

(idea/dg) - Schockierend sei die Verteilung von religiösen Schriften an Teenager. Die welsche Ausgabe von 20Minuten zitiert die aufgebrachte Mutter einer Teenagerin, welche vor ihrer Schule ein Neues Testament erhalten hatte. Beinflussbare Teenager „in einem säkularen Staat“ anzusprechen, um ihnen einen religiösen Text zu geben, ist für diese Mutter offenbar skandalös. An den Pranger stellt sie eine Aktion der Gideons, einer internationale Organisation zur Verbreitung der Bibel. Pierre Gauthier, ein 2018 nicht wiedergewählter Genfer Kantonsparlamentarier und Verfechter einer Verdrängung der Religionen aus dem öffentlichen Raum, hält laut der Zeitung die Kinder für „einfache Beuten“.

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Bibelverteilungen sind legal

Jean-Daniel Zürcher, welscher Leiter der Gideons, zeigt sich gegenüber der Pendlerzeitung überzeugt, dass das Lesen des Neuen Testamentes einem elfjährigen Kind in seinem Leben helfen könne. In diesem Alter könne ein Kind ein Geschenk auch ablehnen. Ausserdem konzentrierten sich die Gideons nicht auf Minderjährige, sondern verteilten Neue Testamente das ganze Jahr über auch in Rekrutenschulen, vor Universitäten und in Spitälern. In der Schweiz würden jährlich 80'000 Exemplare verteilt, schreibt die Zeitung weiter. Weltweit seien es 85 Millionen.
20Minuten fragte auch Michael Mützner, Mediensprecher der welschen Evangelischen Allianz um seine Meinung. „Die Eltern reagieren zu stark. Man gibt ihren Kindern keine Drogen. Wenn die Kinder gezwungen worden wären, das Geschenk anzunehmen, oder wenn die Person sie eingeladen hätte, ihr zu folgen – ja, dann wäre es ein Problem“, wird er zitiert.

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