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Nordirland
30. August 2020

601 Übergriffe auf Kirchen und Friedhöfe in fünf Jahren

Mehr als ein Viertel aller Vorfälle ereigneten sich in Belfast. Zu sehen ist die St. Patrick's Church. Foto: unsplash.com
Mehr als ein Viertel aller Vorfälle ereigneten sich in Belfast. Zu sehen ist die St. Patrick's Church. Foto: unsplash.com

London (idea) – Immer wieder werden kirchliche Einrichtungen in Nordirland Ziel von Anschlägen. Etwa jeden dritten Tag kommt es in der britischen Provinz zu Zerstörungen in Gottesdienststätten oder auf Friedhöfen, teilte die britische Organisation CARE (Christian Action, Research and Education/Christliche Aktion, Forschung und Bildung) mit Sitz in London mit.

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Nach ihren Angaben wurden in den vergangenen fünf Jahren 601 Vorfälle an Kirchen, kirchlichen Grundstücken und Friedhöfe registriert. Das Spektrum reiche dabei von Graffitis bis hin zu Brandanschlägen. Mehr als ein Viertel (173) aller Vorfälle ereigneten sich in Belfast. Über die Motivation der Täter macht die Organisation keine Angaben.

Der für Nordirland zuständige CARE-Referent, Mark Baillie, sagte: „Mehr als 600 Angriffe in den vergangenen fünf Jahren erinnern daran, dass Gotteshäuser, die eigentlich sichere Orte für Gläubige und Gemeindemitglieder sein sollten, allzu oft Ziel von Vandalismus und Gewalt sind.“ Er forderte die Einrichtung eines Sicherheitsfonds auch für Nordirland. 2016 wurde ein solcher Fonds geschaffen, mit dem allerdings nur in England und Wales Sicherheitsmaßnahmen gefördert werden, etwa die Einrichtung von Überwachungskameras. Auch Schottland habe angekündigt, einen solche Fonds einzuführen.

Von den rund 1,8 Millionen Einwohnern Nordirlands sind jeweils knapp über 40 Prozent Protestanten bzw. Katholiken. Der Rest ist konfessionslos oder macht dazu keine Angaben. Von den 4,8 Millionen Bürgern der Republik Irland sind mehr als 78 Prozent katholisch und 5,6 Prozent anglikanisch oder protestantisch. Die Übrigen gehören anderen Religionen an oder sind religionslos.