Sonntag • 19. Mai
Boko Haram
14. Mai 2019

Nigeria: Entführte Schülerin Leah Sharibu wird 16 Jahre alt

Die Schülerin aus Dapchi im Bundesstaat Yobe, Leah Sharibu. Foto: Privat
Die Schülerin aus Dapchi im Bundesstaat Yobe, Leah Sharibu. Foto: Privat

Abuja (idea) – Die von der radikal-islamischen Terrormiliz „Boko Haram“ (Westliche Bildung ist Sünde) entführte nigerianische Christin Leah Sharibu ist am 14. Mai 16 Jahre alt geworden. Sie erlebte damit bereits den zweiten Geburtstag in Gefangenschaft. Wie die nigerianische Zeitung „Punch“ berichtet, gedachten Tausende Menschen weltweit ihrer in den Sozialen Medien. Sie sollen der Schülerin zum Geburtstag gratuliert und die nigerianische Regierung kritisiert haben, nicht genug für die Freilassung der jungen Frau zu tun. Bereits am Vormittag hätten sich mehr als 8.000 Menschen unter dem Hashtag #Happy16THBirthDayLeahSharibu zu Wort gemeldet. Laut „Punch“ fanden in Nigeria in Städten wie Abuja, Lagos und Jos, Yola und Port Harcourt Veranstaltungen im Gedenken an Leah statt. In London organisierte die internationale Menschenrechtsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ (CSW) eine Gebetswache vor der nigerianischen Hohen Kommission. Nach Angaben von CSW soll auch in Washington vor dem Senatsgebäude ein Geburtstagskuchen angeschnitten werden, um auf das Schicksal Leahs erneut hinzuweisen.

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Seit über 400 Tagen in Gefangenschaft

Die Schülerin aus Dapchi im Bundesstaat Yobe wurde am 19. Februar 2018 nach einem Überfall auf die dortige Technische Mädchenschule zusammen mit 109 Mädchen im Alter zwischen elf und 19 Jahren verschleppt. Einige von Leahs Mitschülerinnen wurden getötet. Die Entführer entließen einen Monat darauf 101 Mädchen in die Freiheit. Leahs Vater Nata Sharibu zufolge ist sie die Einzige unter den Opfern, die noch festgehalten wird. Er habe erfahren, dass Druck auf sie ausgeübt wurde, zum Islam überzutreten. Weil sie an ihrem christlichen Glauben festhalte, werde sie weiter gefangen gehalten. Der Fall erinnert an die Entführung der 276 Mädchen aus Chibok durch Boko Haram in der Nacht zum 15. April 2014. Fast zwei Drittel von ihnen werden noch immer vermisst. Im Oktober 2018 richtete die Terrormiliz die Entwicklungshelferin und Hebamme des Roten Kreuzes, Saifura Husseini Ahmed, vor laufender Kamera hin. Boko Haram kündigte an, weitere Verschleppte zu töten, darunter Sharibu. Der nigerianische Präsident Mohammadu Buhari versprach daraufhin bei einem persönlichen Besuch bei den Eltern der Entführten erneut, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die junge Christin zu retten. Derzeit gibt es keine Informationen über ihren Verbleib. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea haben die Schülerin 2018 als „Gefangene des Monats September“ benannt. Von den 177 Millionen Einwohnern Nigerias sind 48 Prozent Kirchenmitglieder und 51 Prozent Muslime.

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