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Für Opfer religiöser Benachteiligung und Gewalt
14. April 2020

Neue BIR-Meldestelle online

Symbolbild: pixabay.com
Symbolbild: pixabay.com

Thun (idea/dg) – Eine neue Online-Meldestelle ermöglicht es Personen, die aus Glaubensgründen Opfer von Diskriminierung, Bedrohung, Einschüchterung oder eines tätlichen Angriffs wurden, Unterstützung zu erhalten. Die 2012 gegründete Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen BIR der Schweizerischen Evangelischen Allianz hat das neue Angebot lanciert.

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Bisher keine Zahlen vorhanden

„Leider ist den Schweizer Behörden zu wenig bekannt, dass Geflüchtete aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit oder wegen ihrer Konversion zu einer anderen Religion wiederholt diskriminiert oder sogar bedroht werden“, begründet die BIR die Initiative. Weder die Polizei noch die Asylbehörden würden Übergriffe aus religiöser Überzeugung erfassen. Es fehle deshalb eine statistische Erhebung. Wie das Staatssekretariat für Migration SEM auf Anfrage mitteilt, erfasst es in seinen Statistiken keine Angaben zur Religionszugehörigkeit von Zuwanderern oder Asylsuchenden, womit auch offizielle Zahlen zu den religiösen Mehrheitsverhältnissen in Asylzentren fehlen.
Die BIR wird eingegangene Meldungen für Statistiken zusammenfassen und anonymisieren. Schon vor der Einrichtung der Meldestelle wurden dem BIR immer wieder Vorfälle von Einschüchterungen oder körperlicher Gewalt aufgrund von unterschiedlichen Glaubensauffassungen gemeldet, sei das im Bundesasyl- oder Durchgangszentrum, auf öffentlichen Plätzen oder an Schulen.

Seriöse Prüfung - kein Alleingang

Die BIR will aber nicht einfach Fälle für die Statistik sammeln. „Falls Sie aus Religionsgründen Probleme im Bundesasyl- oder Durchgangszentrum haben, ist es wichtig, dies den zuständigen Stellen zu melden“, ruft die BIR Betroffene auf. „Falls Sie dies schon getan haben und die Reaktion nicht zufriedenstellend ist, oder wenn Sie den Vorfall noch nicht gemeldet haben, dann füllen Sie unser Formular aus und wir werden gemeinsam mit Ihnen nach einer Lösung suchen.“ Wenn die Meldung auf Deutsch, Französisch oder auf Englisch ausgefüllt wird, bemüht sich die BIR, innerhalb von sieben Arbeitstagen Kontakt mit der Person aufzunehmen, die den Zwischenfall gemeldet hat. Für eine Meldung in einer anderen Sprache, innerhalb von zwei Wochen. Gemeinsam werde geprüft, welche weiteren Schritte notwendig seien, um die Situation zu verbessern oder zu lösen. Anonyme Meldungen würden erfasst, ohne dass weitere Schritte unternommen würden. Wenn die Situation für Betroffenen gefährlich werde, empfiehlt die BIR unverzüglich die Hilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen.