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Weisse Kreuze vor Spitälern
19. September 2020

Nächtliche Aktion von Prolife-Aktivisten

Lebensrechtsaktionen: Weisse Kreuze vor Spitälern; ein auf Social Media verbreiteter Text. Fotos: zvg
Lebensrechtsaktionen: Weisse Kreuze vor Spitälern; ein auf Social Media verbreiteter Text. Fotos: zvg

(idea) - Junge Aktivisten aus dem Umfeld der Arbeitsgruppe "Jugend und Familie" nahmen die Absage des diesjährigen "Marsch fürs Läbe" - einer Demo gegen die Abtreibungspraxis - als Anlass, mit einer dezentralen Aktion auf das Lebensrecht ungeborener Kinder aufmerksam zu machen.

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Weisse Kreuze vor Spitälern

Sie stellten in der Nacht auf den Samstag vor Spitälern und Kliniken in verschiedenen Regionen Hunderte von weissen Kreuzen auf. Diese Kreuze sollen an die jährlich rund 10'000 Abtreibungen in der Schweiz erinnern. Laut "Jugend und Familie" wurden gezielt Orte ausgewählt, wo Abtreibungen durchgeführt werden. Der Samstag vor dem Bettag ist üblicherweise der Tag des "Marsch fürs Läbe".

Aktion auf Social Media

Auch auf Social Media läuft am 19. September 2020 eine Aktion, um ein Zeichen zu setzen. Unter dem Titel "Heute durfte nicht für das Leben demonstriert werden!" machen Christinnen und Christen aus allen Denominationen darauf aufmerksam, dass sie es unverständlich finden, dass das Anliegen des Lebensrechts nicht in der Öffentlichkeit thematisiert werden kann. Zum Hintergrund: Nachdem der "Marsch fürs Läbe" in keiner Schweizer Stadt durchgeführt werden konnte, ist auch eine auf heute geplant gewesene Veranstaltung in einem Kongresszentrum in Winterthur wegen der bedrohlichen Mobilisation durch die gewaltbereite Gegnerschaft nicht möglich gewesen. Die gewaltbereiten Gegendemonstranten verbreiten auf einem Telegram-Kanal eine ausführliche Stellungnahme. Unter anderem schreiben sie: "Dank den grossen und lautstarken Mobilisierungen der letzten Jahre ist es uns gelungen, ein politisches und gesellschaftliches Klima zu schaffen, in welchem die Fundis sich nicht mehr sicher und unantastbar fühlen." Die Lebensrechtler werden bezeichnet als "menschenverachtender Idiot*innenhaufen mit Ansichten und Gesellschaftsbildern von vor-vorgestern". Die Fundis stünden vor einem Scherbenhaufen.

Das Leben schützen

Derzeit verbereiten viele Christinnen und Christen einen kurzen Text, mit dem sie ein Zeichen setzen wollen. Darin heisst es unter anderem: "Das Leben ist ein Wunder. Jeder Mensch hat eine unantastbare Würde. Insbesondere das Leben alter, kranker und unbeborener Mensche ist zu schützen. Indem wir das tun, verteidigen wir das Wunder des Lebens und die Würde von uns allen." Dass politische Gruppierungen dies verhindern konnten, wird als "bedenklich" bezeichnet. Man setze sich vehement ein für die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Eine Lebensrechtsdemo müsse 2021 wieder möglich sein.

Das OK vom Marsch fürs Läbe schaltete am 19. September selber mehrere Video-Clips auf, unter anderem mit dem Song "Welcome on Earth" der blinden Sängerin Bernarda Brunovic. Weiter findet man ein Grusswort des Winterthurer Gemeinderatspräsidenten Daniel Oswald und sowie die Präsentation von parlamentarischen Vorstössen der Nationalrätin Yvette Estermann und des Nationalrats Erich von Siebenthal und ein Interview der Familienhelferin Regula Lehmann.