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Christenverfolgung
12. August 2019

Myanmar: 52 verschleppte Christen freigelassen

Myanmar liegt nach Angaben von Open Doors auf Platz 18 des Weltverfolgungsindex. Symbolfoto: Pixabay.com
Myanmar liegt nach Angaben von Open Doors auf Platz 18 des Weltverfolgungsindex. Symbolfoto: Pixabay.com

Naypyitaw/Berlin (idea) – Im Westen des südostasiatischen Landes Myanmar sind 52 von Rebellen verschleppte Christen nach einem halben Jahr in Gefangenschaft freigelassen worden. Das berichtet der US-Radiosender Radio Free Asia (Washington). Die Umstände der Verschleppung und Freilassung sind unklar. Wie es heißt, haben die Freiheitskämpfer der Arakan-Armee im Februar bei Kämpfen mit der Regierungsarmee in der Ortschaft Kitalin die 54 Bewohner in Sicherheit gebracht. Anderen Berichten zufolge wurden die Bewohner gefangen genommen und in einem Grenzlager festgehalten. Zwei Bewohner hätten fliehen können. Nun seien aber alle Bewohner freigelassen worden, bestätigte ein lokaler Pastor dem Radiosender. Allerdings könnten sie nicht in ihr Dorf zurückkehren, sondern würden in einem Lager für Binnenvertriebene in Meezar betreut. Das christliche Hilfswerk International Christian Concern (ICC) verurteilte die Entführung. Die Arakan-Armee habe kein Recht, die Dorfbewohner festzunehmen, sagte eine Regionalsprecherin. Trotz der bewaffneten Konflikte im Land müsse die Zivilbevölkerung ohne Angst leben können.

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Kleine Anfrage von drei AfD-Abgeordneten zu Myanmar

Die Lage der Christen in Myanmar stand auch im Mittelpunkt einer kleinen Anfrage der AfD-Bundestagsabgeordneten Anton Friesen (Suhl), Jürgen Braun (Waiblingen) und Volker Münz (Göppingen) an die Bundesregierung. Die Politiker hatten darauf hingewiesen, dass Myanmar nach Angaben der christlichen Hilfsorganisation Open Doors (Kelkheim) auf Platz 18 des Weltverfolgungsindex liegt. Die Verfolgung gehe sowohl von buddhistischen Mönchen als auch von kommunistischen Rebellengruppen aus. Die Bundesregierung teilte mit, dass es trotz eines landesweiten Waffenstillstandsabkommens aus dem Jahr 2015 immer wieder zu Kampfhandlungen in den Bundesstaaten Shan, Kachin und Chin komme. Dort lebten zwar viele Christen, doch auch Angehörige anderer Religionen fielen den Auseinandersetzungen zum Opfer.

Bundesregierung: 241.000 Menschen leben in Flüchtlingslagern

Keine Erkenntnisse hat die Bundesregierung über Medienberichte, nach denen die Armee des Landes im vergangenen Jahr 60 Kirchen bombardiert und einige durch buddhistische Pagoden ersetzt hatte. Das hatte die Internetzeitschrift „Christian Post“ unter Berufung auf US-Besucher in dem Land berichtet. Dagegen bestätigte die Bundesregierung, dass 241.000 Menschen infolge der bewaffneten Konflikte in Lagern für Binnenflüchtlinge leben. Sie gehörten unterschiedlichen Religionsgemeinschaften an. Über eine von Open Doors gemeldete Zahl, nach der 100.000 Christen in solchen Lagern lebten, hat die Bundesregierung ebenfalls keine Erkenntnisse. Für humanitäre Hilfen, die allen Binnenvertriebenen – „unabhängig von ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit“ – zugutekommen, habe man seit 2010 41,5 Millionen Euro bereitgestellt. Die Bundesregierung begrüßte das Vorhaben der Regierung von Myanmar in der Hauptstadt Naypyidaw, diese Lager zu schließen und dabei mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten. Wie es in der Antwort weiter heißt, gibt es keine Pläne, gezielt verfolgte Christen aus Myanmar in Deutschland aufzunehmen: „Die Planungen für zukünftige Aufnahmen sind noch nicht abgeschlossen.“ 88 Prozent der 53 Millionen Einwohner Myanmars sind Buddhisten, 6,2 Prozent Christen und 4,2 Prozent Muslime.

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