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Lebensrecht
05. April 2019

Ist ein Fötus noch kein Leben? Spahn widerspricht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: Maximilian König
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: Maximilian König

Berlin (idea) – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Schutzbedürftigkeit ungeborener Kinder unterstrichen. In der Abtreibungsdebatte gibt es nach seinen Worten manche Aussagen, dass Föten noch kein Leben seien. „Ich sehe das entschieden anders. Mich trifft es als Christ und Mensch, wenn das Recht des ungeborenen Lebens in dieser Debatte keine Rolle spielt“, sagte Spahn in einem Streitgespräch mit der Sozialforscherin Jutta Allmendinger (Berlin) auf Einladung der Tageszeitung „Die Welt“. Dabei ging es um die Frage „Darf der Staat sich im Namen der Gesundheit in unser Leben einmischen?“. Spahn äußerte sich auch zu der von ihm in Auftrag gegebenen Studie über die seelischen Folgen von Abtreibungen. Wie er sagte, wird das Ergebnis der Forschungsarbeit „in keinem Fall sein, Schwangerschaftsabbrüche wieder zu bestrafen“. Die jetzige gesetzliche Regelung sei „der mühsam errungene gesellschaftliche Konsens, den ich voll mittrage“.

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Seelische Folgen der Abtreibung: Soziologin sieht geplante Studie „zu einseitig angelegt“

Die Soziologin Allmendinger – sie gehört der SPD an – nannte es „gut zu hören“, dass Spahn nicht daran denke, Abtreibungen wieder zu bestrafen: „So deutlich ist das von Ihnen selten zu hören.“ Sie hat nach eigenen Worten nichts gegen die Fünf-Millionen-Euro-Studie. Allerdings deuteten Forschungsarbeiten aus den USA und auch für Deutschland darauf hin, dass Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen ließen, kein höheres Risiko hätten, an psychischen Problemen zu leiden. Die neue Studie müsse „zwingend vor der Schwangerschaft ansetzen, damit eventuelle psychische Folgen auch kausal auf den Abbruch bezogen werden können“. Die Untersuchung müsse ferner fragen, was passiere, wenn Frauen trotz größter Bedenken nicht abgetrieben haben. „Im Moment scheint mir die Studie viel zu einseitig angelegt“, so Allmendinger. Die 62-Jährige ist Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Laut Spahn wird die Studie ergebnisoffen sein.

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