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Iran
01. April 2017

Zwei Christen ein halbes Jahr nach der Taufe verhaftet

Im Gefängnis: Anousheh Reza-baksh und ihr Sohn Soheil Zagarzadeh Sani. Fotos: Privat
Im Gefängnis: Anousheh Reza-baksh und ihr Sohn Soheil Zagarzadeh Sani. Fotos: Privat

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangene des Monats April“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) zwei im Iran inhaftierte Christen benannt: Anousheh Reza-baksh und Soheil Zagarzadeh Sani. Die IGFM und idea rufen dazu auf, sich für die Betroffenen einzusetzen und für sie zu beten. Am 20. Februar hatten Geheimdienstmitarbeiter der Revolutionsgarden die beiden aus ihrer Wohnung in Urmia, der Hauptstadt der iranischen Provinz West-Aserbaidschan, geholt und an einen bislang unbekannten Ort gebracht. Was ihnen vorgeworfen wird, ist nicht bekannt. Die Verhaftung steht aber wahrscheinlich im Zusammenhang mit ihrem Übertritt zum Christentum. Wer sich vom Islam abwendet, wird im Iran als Abtrünniger verfolgt. Anousheh Reza-baksh und ihr Sohn hatten sich im vorigen August in Istanbul katholisch taufen lassen. Sie nennen sich seither Veronika und Augustine. Bei der Festnahme der beiden durchsuchten die Geheimdienstmitarbeiter ihre Wohnung und fanden dort unter anderem christliche Bücher. Augustine hatte sich theologisch auch mit christlichen Fernsehsendungen fortgebildet, die er per Satellit empfing. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Hassan Rohani, um die Freilassung der beiden Christen zu bitten. Der Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.“ 95 Prozent der über 77 Millionen Einwohner des Iran gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Die Zahl der Christen liegt bei 360.000.

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