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Indonesien
11. August 2019

Behörden ordnen Schließung von zwei Kirchen an

Auf dem Weltverfolgungsindex von „Open Doors“ belegt Indonesien Rang 30 unter den 50 Ländern, in denen Christen der stärksten Verfolgung ausgesetzt sind. Foto: pixabay.com
Auf dem Weltverfolgungsindex von „Open Doors“ belegt Indonesien Rang 30 unter den 50 Ländern, in denen Christen der stärksten Verfolgung ausgesetzt sind. Foto: pixabay.com

Jakarta (idea) – In Indonesien haben die Behörden die Schließung von zwei protestantischen Kirchen angeordnet. Das meldete der asiatische katholische Pressedienst Ucanews. Der Gouverneur des Regierungsbezirks Bantul in der Region Yogyakarta habe am 26. Juli einer Versammlungsstätte der pfingstkirchlichen Pentecostal Church die Genehmigung entzogen. Er hatte sie im Januar erteilt. Zur Begründung des Entzugs habe er erklärt, das Gebäude werde als Wohnhaus genutzt und entspreche deshalb nicht den Anforderungen an ein Kirchengebäude. Wenige Tage vor dem Entzug der Erlaubnis hätten radikale muslimische Gruppen mit öffentlichen Protesten gedroht, falls die Versammlungsstätte nicht geschlossen werde, so Ucanews. Sie empfänden die pure Existenz christlicher Kirchen als Provokation. Nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation „Solidarity of Victims of Violations of Freedom of Religion and Beliefs“ (Gemeinschaft der Opfer von Verletzungen der Religions- und Glaubensfreiheit) zeige der Fall, dass die Behörden gegen den Druck radikaler Muslime machtlos seien. Bereits am 5. Juli hätten die lokalen Behörden der Stadt West-Jakarta die Schließung eines gerade erst erbauten Versammlungsgebäudes der protestantischen Family of God Church (Familie Gottes Kirche) angeordnet. Als Begründung sei angeführt worden, es liege zu nah an einer Moschee, einer muslimischen Schule und den Wohnhäusern islamischer Geistlicher. Der Pastor der Family of God Church, Timotheus Halim, erklärte gegenüber Ucanews, das neue Kirchengebäude sei vor kurzem erst nach Erfüllung aller Vorschriften und auf Grundlage einer Übereinkunft mit den Anwohnern genehmigt worden. Laut einer Pressemitteilung der christlichen Hilfsorganisation „Open Doors“ (Kelkheim) gewinnen radikale muslimische Gruppen in Indonesien immer stärker an Einfluss und behindern zunehmend das kirchliche Leben. Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Von den rund 260 Millionen Einwohnern sind über 85 Prozent Muslime. Der Anteil der Christen liegt bei zehn Prozent. Auf dem Weltverfolgungsindex von „Open Doors“ belegt das Land Rang 30 unter den 50 Ländern, in denen Christen der stärksten Verfolgung ausgesetzt sind.

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