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Druck auf Christen in China
06. Dezember 2018

Heute schon für chinesische Christen gebetet?

Führende kommunistische Köpfe. Foto: Frank Bögelsack / churchphoto.de
Führende kommunistische Köpfe. Foto: Frank Bögelsack / churchphoto.de

Winterthur/Uster (idea) – Die Situation ist für die Christen in China seit dem Inkrafttreten der neuen Religionsvorschriften am 1. Februar 2018 enorm schwierig geworden. Deshalb ruft eine Supportgruppe China der Organisationen OMF und SAM global zum Gebet für China auf.

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Nach etwa zehn Jahren relativer Versammlungsfreiheit für Christen in China gibt es nun Einschränkungen und Vorgaben. Zum Beispiel müssen sie Kameras in den Gottesdiensträumen installieren, die Landesflagge vor dem Gebäude hissen, ein Bild des Regierungsvorsitzenden aufhängen oder die Nationalhymne singen. Die Pastoren müssen Listen der Gottesdienstbesucher führen und zur Kontrolle bereithalten. Einen kirchliche Anlass zu besuchen birgt Risiken und über den Glauben zu erzählen ist gefährlich.

Neuland für jüngere Chinesen

„Diese Auflagen entzweien einerseits die Christen untereinander, denn die Meinungen, wie die neuen Regelungen umgesetzt werden sollen, gehen stark auseinander“, schreibt Monika Vökt der Supportgruppe China. Einige Gläubige versuchten, den neuen Herausforderungen gelassen entgegen zu sehen, andere sprächen von einer digitalen Kulturrevolution. „Die ältere Bevölkerung, welche die Kulturrevolution und die Zeit danach noch miterlebt hat, wird wachsam. Für junge Christen, welche ihren Glauben bis anhin frei ausleben durften und die Vergangenheit nur aus Geschichtsbüchern kennen, ist diese Situation völliges Neuland.“ Das Verbot, an ihren Schulen oder Universitäten über den Glauben zu reden sowie die Vorschrift bis zur Beendigung der Ausbildung keine Gottesdienste mehr zu besuchen, sei für die Jüngeren eine grosse Herausforderung, denn die Liebe zu Gott sei ihr Lebensinhalt.
Die Supportgruppe China schliesst den Aufruf: „Die Situation im Reich der Mitte wird von Woche zu Woche schwieriger – die Christen brauchen deshalb dringend unser Gebet um Weisheit, Führung, Schutz und Durchhaltevermögen in dieser für sie sehr herausfordernden Zeit. Danke, dass Sie heute für unsere Geschwister einstehen.“ (Autor: David Gysel)


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