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Palästinensischer Christ
12. Februar 2019

Für Frieden im Nahen Osten beten

Der Blick vom Westjordanland aus auf den Tempelberg in Jerusalem. Foto: pixabay.com
Der Blick vom Westjordanland aus auf den Tempelberg in Jerusalem. Foto: pixabay.com

Beit Jala/Wetzlar (idea) – Nur Jesus Christus kann für Frieden im Nahen Osten sorgen. Davon ist der Leiter und Gründer des christlichen Tagungs- und Freizeitzentrums Beit Al Liqa (Haus der Begegnung) in Beit Jala bei Bethlehem, der palästinensische Christ Johnny Shahwan, überzeugt. Die Weltgemeinschaft unterstütze dagegen den Krieg, weil sie Länder der Region – etwa Jemen, Irak und Syrien – mit Waffen beliefere, sagte er in einem Vortrag am 10. Februar in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) in Wetzlar. Damit agiere die Weltgemeinschaft als „Arm des Teufels“. Für den Frieden müssten sich die Christen vor Ort wie auch weltweit engagieren: „Wir sollen Friedensstifter sein.“ Shahwan rief dazu auf, anhaltend für eine Friedenslösung zu beten. Er hält sich derzeit sechs Wochen lang in Deutschland auf, um in Gemeinden über seine Erfahrungen zu berichten.

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Immer weniger Christen im Westjordanland

Wie er weiter ausführte, nimmt die Zahl der Christen im Westjordanland immer mehr ab: „Wer kann, verlässt das Land.“ Er zeigte dafür Verständnis: „Die Menschen sehnen sich nach einem schönen Leben.“ In den 1980er Jahren waren ihm zufolge noch 38 Prozent der 200.000 Einwohner der Provinz Bethlehem Christen, heute seien es weniger als zwölf Prozent. In seiner Jugend sei seine Heimatstadt Beit Jala eine stark christlich geprägte Stadt gewesen. Nur etwa jeder Zehnte der 20.000 Einwohner war laut Shahwan Muslim. Heute stellten die Muslime die Hälfte der Bevölkerung.

In Kanada Christ geworden

Auch Shahwan, ein ehemaliger Diamantenhändler, hatte 1986 das Land verlassen und war nach Kanada gegangen. Dort wurde er Christ. Anschließend lebte er bei Freunden in Deutschland und besuchte eine Bibelschule. 1992 kehrten er und seine deutsche Ehefrau Marlene als Missionare der damaligen Deutschen Missionsgemeinschaft DMG (Sinsheim) nach Beit Jala zurück. Sie gründeten eine evangelikale Gemeinde, die heute rund 200 Mitglieder zählt. Unter den 200.000 Einwohnern der Region Bethlehem habe es damals keinen einzigen Kinderspielplatz gegeben. Den habe die Gemeinde in einem Garten auf ihrem Gelände geschaffen. Shahwan begrüßte, dass zahlreiche Palästinenser, die im Ausland Christen geworden seien, zurückkämen, um beim Wiederaufbau des Landes zu helfen. Er zeigte sich davon überzeugt, dass eine Friedenslösung für den Nahen Osten möglich sei. So wie Christen in Deutschland für den Fall des Eisernen Vorhangs gebetet und das 1989 erlebt hätten, so könne Gott auch die Dunkelheit im Nahen Osten überwinden.

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