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Open Doors
19. Juli 2018

Frieden zwischen Eritrea und Äthiopien: „Vorsichtig optimistisch“

Menschen aus Äthiopien und Eritrea feiern den Frieden nach 20 Jahren. Foto: picture-alliance/AP Photo
Menschen aus Äthiopien und Eritrea feiern den Frieden nach 20 Jahren. Foto: picture-alliance/AP Photo

Asmara (idea) – Nach 20 Jahren haben das diktatorisch regierte Eritrea und Äthiopien Frieden geschlossen. Das christliche Hilfswerks Open Doors Deutschland (Kelkheim bei Frankfurt am Main) äußerte sich auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea „vorsichtig optimistisch“ zu der Entwicklung. Eritrea wird in manchen Medien als das Nordkorea Afrikas bezeichnet. Menschenrechtler werfen der Regierung vor, Oppositionelle und Journalisten zu verfolgen, viele Bürger sind wegen des unbegrenzten Militärdienstes aus dem nordostafrikanischen Land nach Europa geflohen. Laut dem Jahresbericht 2018 der US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (Washington) zählt Eritrea zu den 16 Staaten, in denen die Religionsfreiheit am stärksten missachtet wird. Der Open-Doors-Direktor für die Region Sub-Sahara in Afrika, JP Pretorius, hofft, „dass die Kirche in Äthiopien eine starke Hilfe für die verfolgten Christen in Eritrea sein wird und darauf hinarbeitet, dass alle, die um ihres Glaubens willen inhaftiert sind, freikommen.“ Man danke den langjährigen Gebetsunterstützern. Bis zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern bleibe noch viel Arbeit zu tun, betonte Pretorius. Die gegenwärtige Entwicklung sei aber eine „Frucht der Gebete“.

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20 Christen wurden aus der Haft entlassen

Laut einer am Horn von Afrika tätigen Mitarbeiterin des Hilfswerkes – ihr Name kann aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden – sollen inzwischen etwa 20 inhaftierte Christen freigekommen sein. Zu einer etwaigen Freilassung von weiteren wegen ihres Glaubens eingesperrten Christen gibt es ihr zufolge derzeit keine Informationen. Manche Christen – etwa der Leiter der „Eritrea Full Gospel Church“, Haile Naigzhi, und der Gründer der „Southwest Full Gospel Church“, Pastor Kiflu Gebremeskel, seien bereits seit mehr als zehn Jahren inhaftiert. Wie schnell sich die Situation in dem Land ändern werde, sei nicht abzuschätzen: „Wir bewerten es als äußerst positiv, dass der Krieg mit Äthiopien nun endlich ein Ende hat. Er wurde so lange als Rechtfertigung für so viel Unrecht in Eritrea genutzt.“ Open Doors hilft verfolgten Christen in der Region durch Partnerorganisationen und einheimische Kirchen. Nach einem von 1961 bis 1991 währenden Bürgerkrieg hatte sich Eritrea von Äthiopien abgespalten und für unabhängig erklärt. Wegen eines Grenzkonflikts führten die beiden Staaten von 1998 bis 2000 erneut Krieg gegeneinander. Anfang Juli beendeten sie den Kriegszustand und nahmen diplomatische Beziehungen auf. Äthiopien will ein umstrittenes Grenzgebiet an Eritrea abtreten. Im Gegenzug soll Äthiopien Zugang zum Roten Meer erhalten. Seit 2002 sind als Glaubensgemeinschaften in Eritrea nur die eritreisch-orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche sowie der Islam anerkannt. Sie können weithin ungehindert Gottesdienst feiern, werden jedoch überwacht. Angehörige anderer Kirchen – etwa Pfingstler und Baptisten – leben ständig in Gefahr, verhaftet zu werden. Von den rund sechs Millionen Einwohnern Eritreas sind etwa 50 Prozent Muslime und 47 Prozent Christen.

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