Dienstag • 20. November
Open Doors-Analyse
07. November 2018

Christenverfolgung: von der Wiege bis zur Bahre!

Eine Sondernummer von ideaSpektrum kann zum
Eine Sondernummer von ideaSpektrum kann zum "Sonntag der verfolgten Kirche" bestellt werden.

(Open Doors/idea) – Christ in einem Land zu sein, das die Meinungsfreiheit nicht respektiert, ist von der Geburt bis zum letzten Atemzug von Druck und Verfolgung begleitet, die je nach Kontext sehr unterschiedlich sein kann. Die Organisation Open Doors, die seit mehr als 60 Jahren in den betroffenen Ländern aktiv ist, hat eine Analyse erstellt, in der die Lebensbedingungen verfolgter Christen in verschiedenen Ländern miteinander verglichen werden.
215 Millionen Christen werden derzeit weltweit verfolgt. Oft handelt es sich um subtile und psychische Formen der Gewalt, die sich durch alle Lebensphasen hindurch ziehen können.

ANZEIGE

Geburt und Kindheit: Nicht gleichberechtigt

In vielen Ländern wird die Religionszugehörigkeit von Geburt an auf Ausweispapieren festgehalten. Die Religionszugehörigkeit ist nahezu unveränderlich, ausser wenn jemand zur Mehrheitsreligion wechseln will. Die Erwähnung einer Minderheitsreligion in offiziellen Dokumenten führt zum Beispiel in Ägypten zu Diskriminierungen oder gar zu einer Form der administrativen Unterdrückung.

Pubertät: Kein sozialer Aufstieg, Entführung

In Schulen und Ausbildungseinrichtungen hält die Diskriminierung an. Junge türkische oder kasachische Christen berichten, dass ihnen der Zugang zu öffentlichen Ämtern nicht gewährt wird, wenn sie ihren Glauben nicht verheimlichen. Die Malediven wiederum behalten die Einbürgerung sowie politische und juristische Ämter Muslimen vor.
Das grösste Trauma tausender christlicher Teenagermädchen ist es, entführt zu werden. Die Motivation dahinter ist nicht einzig, dem Christentum zu schaden. Insbesondere steckt auch die Idee dahinter, eine Christin durch Zwangsheirat für einen anderen Glauben zu „gewinnen“, denn zukünftige gemeinsame Kinder übernehmen automatisch die Religion des Vaters.

Erwachsenenalter: Zwangsheirat und Gewalt

Wenden sich Frauen beispielsweise in Somalia, Afghanistan, Pakistan und im Irak einer Minderheitsreligion zu, besteht ein grosses Risiko, dass sie entführt oder zwangsheiratet werden, meist mit einem Mann, der die Mehrheitsreligion sehr aktiv praktiziert. Im Irak sind junge christliche Frauen besonders anfällig für Entführungen und Menschenhandel.

Diskriminierung im Alltag

Für viele Christen in den Ländern, die auf dem Weltverfolgungsindex aufgeführt sind, bleibt die Ernährung der Familie eine zusätzliche, tägliche Herausforderung. Durch die Diskriminierung in der Arbeitswelt verarmt die christliche Minderheit zunehmend und erhöht so die Verletzlichkeit der christlichen Gemeinschaft. Diese Form der Diskriminierung kann sich auch auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu öffentlichen Dienstleistungen auswirken, bis hin zum Verbot, Wasser aus dem Gemeinschaftsbrunnen zu schöpfen.

Alter und Tod

In den meisten nicht-westlichen Kulturen ist der Respekt vor den Ältesten ein traditioneller und grundlegender Wert. Diese Betrachtung schliesst ältere Menschen aus christlichen Minderheiten in Ländern, in denen sie verfolgt werden, aus. Manchmal müssen sie sich sogar vor ihren Kindern oder Enkeln fürchten, wenn sich diese einem fanatisch geprägten Islam oder Hinduismus zuwenden.
In gewissen Regionen der Welt haben Christen auch Schwierigkeiten bei der Beerdigung von Mitgliedern ihrer Gemeinschaften. Zum Teil ist die Bestattung der Angehörigen von religiösen Minderheiten schlicht verboten. Die Länder mit den diesbezüglich grössten Problemen sind Afghanistan, Bhutan, Libyen, Malediven, Nepal, Nordkorea, Somalia und Jemen. In den letzten Monaten stand auch die koptische Gemeinschaft in Ägypten vor solchen Schwierigkeiten. Die Verfolgung „verfolgt“ den Verstorbenen bis ins Grab: In Aserbaidschan weigern sich die lokalen Behörden manchmal, den Tod eines Konvertiten anzuerkennen und behindern damit das Nachlassverfahren. Nepalesen sind gezwungen, geheime Bestattungen im Wald durchzuführen. Manchmal sind es die Verwandten des Verstorbenen, die sich weigern, den Leichnam in ihrem Dorf zu bestatten, weil sie befürchten, dies würde ihnen Unglück bringen.

 

Sondernummer von ideaSpektrum

Zum „Sonntag der verfolgten Kirche“ vom 11. und 18. November veröffentlicht ideaSpektrum eine Sonderausgabe mit Hintergrundinformationen. Illustrierte Berichte aus verschiedenen Ländern vermitteln einen aufschlussreichen Einblick in die Situation von Christinnen und Christen unter Druck.

Bestellungen an folgende E-Mailadresse: redaktion(at)ideaschweiz.ch oder
telefonisch via Aboservice: 031 818 01 20

Einzelexemplar Fr. 2.00
1–49 Stk. Fr. 2.00 pro Heft
51–99 Stk. Fr. 1.80 pro Heft
100 Stk. und mehr Fr. 1.50 pro Heft
Zuzüglich Portokosten.

 

 

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.