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IGFM
05. März 2020

Ägypten: „Menschenrechte sind hier nur eine Fata Morgana“

Die IGFM rät deutschen Urlaubern, sich vor ihrer Ägyptenreise gut zu informieren. Foto: pixabay.com
Die IGFM rät deutschen Urlaubern, sich vor ihrer Ägyptenreise gut zu informieren. Foto: pixabay.com

Frankfurt am Main/Kairo (idea) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat deutsche Ägypten-Urlauber aufgerufen, gut informiert in das Land zu reisen und sich nicht vom schönen Schein blenden zu lassen. „Menschenrechte sind hier nur eine Fata Morgana“, teilte die Organisation am 5. März mit.

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Unter dem Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi sei die Menschenrechtssituation aufgrund des zunehmenden islamischen Fundamentalismus verheerend. Besonders orthodoxe Kopten, Nubier, Frauen und Journalisten würden diskriminiert, verfolgt, gefoltert und eingesperrt. Das fundamentale Menschenrecht der Religionsfreiheit werde in Ägypten durch die islamische Gesetzgebung, die Scharia, stark eingeschränkt. Wer als Christ beispielsweise den Islam kritisiere, laufe Gefahr, von einem Mob verfolgt und verprügelt zu werden.

Betroffen seien besonders die koptischen Christen, die etwa zehn Prozent der knapp 100 Millionen Einwohner stellen. Seit islamisch-extremistische Gruppierungen stärker geworden seien, würden die Christen zunehmend als Bürger zweiter Klasse betrachtet. „Besonders stark ist der Druck bei Christen muslimischer Herkunft“, erklärte der Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin (Frankfurt am Main).

Die IGFM verweist auf den Menschenrechtsverteidiger Rami Kamil, der sich für die Gleichberechtigung der Christen in Ägypten sowie deren Schutz vor extremistischer Gewalt einsetzt. Der 33-Jährige wurde im November festgenommen, weil er angeblich Mitglied einer terroristischen Vereinigung sei und den öffentlichen Frieden gestört habe. Laut IGFM entbehren die Vorwürfe jeglicher Grundlage.

Die Organisation und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) haben Kamil als „Gefangenen des Monats Februar“ benannt und dazu aufgerufen, sich in Briefen an den ägyptischen Präsidenten al-Sisi für seine Freilassung einzusetzen.