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Würdigung
14. Juni 2017

TV-Pionier Jürgen Single geht in Pension

Ohne Jürgen Single gäbe es kein „Fenster zum Sonntag“. Foto: idea/chb
Ohne Jürgen Single gäbe es kein „Fenster zum Sonntag“. Foto: idea/chb

22 Jahre lang war Jürgen Single (65) Chefredaktor der TV-Reihe „Fenster zum Sonntag“. Nun geht er in Pension und gibt seine Aufgabe an Mike Bischoff (43) weiter. Das grosse Thema von Jürgen Single – im Fernsehen verständlich von Gott reden – prägt das Team von „Fenster zum Sonntag“ weiterhin.

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Eine Würdigung von ­Hanspeter Hugentobler

„Bleibt fröhlich!“, ruft Jürgen Single uns zum Abschied zu. Genauso hat er es schon getan, als er mich als jungen Redaktor vor 19 Jahren in die Geheimnisse des Fernsehmachens einführte. Seither hat er eine ganze Generation von Medienschaffenden von „Fenster zum Sonntag“ geprägt.

Ein TV-Pionier

Ohne Übertreibung darf man Jürgen Single zu den Schweizer TV-Pionieren zählen. Seit fast 30 Jahren arbeitet er als Fernsehjournalist in den Medien, 25 Jahre davon in der Schweiz bei unserer Partnerfirma Alphavision, und seit 1995 ist er Chefredaktor der TV-Reihe „Fenster zum Sonntag“. Zusammen mit dem Magazin-Redaktionsteam von Alphavision und dem Talk-Redaktionsteam von ERF Medien entwickelte er TV-Formate für christliche Inhalte und war oberster Qualitätsverantwortlicher für die wöchentliche Sendung auf SRF 1, SRF zwei und SRF info. In diesen 22 Jahren hat er mehr als 1000 Sendungen von „Fenster zum Sonntag“ verantwortet, alle mit dem einen Ziel: Den Glauben öffentlich zu machen.

„Wir machen das Evangelium öffentlich und zugänglich!“

„Wir verkündigen nicht, wir machen das Evangelium öffentlich und jedem zugänglich“, so formulierte Jürgen Single seine Überzeugung unlängst in einem Talk mit Ruedi Josuran auf Radio Life Channel. Mich hat immer beeindruckt, wie konsequent er sich dafür engagierte, dass verständlich über Gott und Glauben gesprochen wird.

Wenn Jürgen Single etwas nicht durchgehen liess, dann war es jene fromme Spezialsprache mancher kirchlicher Angestellter oder langjähriger Christen, die abgehoben tönt und die Mitmenschen ratlos zurücklässt. Jürgen Single stand dafür ein, dass christliche Inhalte zeitgemäss und sachlich kommuniziert und kreativ visualisiert werden – so, dass Zuschauerinnen und Zuschauer angesprochen werden und sich eine eigene Meinung zum Gesehenen bilden können. Zum eigentlichen Erfolgsrezept von „Fenster zum Sonntag“ wurde dabei, dass Jürgen Single mit den Redaktionsteams nicht auf „theologische Erklärstücke“, sondern konsequent auf „Storytelling“ setzte: Menschen reden von ihrem Leben und ihren Erfahrungen mit Gott.

Spuren hinterlassen

Jürgen Single hat Spuren hinterlassen – in der Schweizer Fernsehlandschaft, aber auch im Leben mancher Medienschaffenden, mich inbegriffen. Gerne denke ich an die früheren intensiven redaktionellen Besprechungen, an Kaffee- oder Lunch-Sitzungen zu zweit oder an Begegnungen an Drehorten oder in Sitzungen zurück. Gerne setzen wir auch weiterhin alles daran, in den elektronischen Medien in unserem Land verständlich und fröhlich von Gott zu reden. In diesem Sinne: Danke für alles Jürgen – und bleib fröhlich!

Hanspeter Hugentobler (50) aus Pfäffikon ist Geschäftsführer von ERF Medien Schweiz. Die TV-Reihe FENSTER ZUM SONNTAG wird gemeinsam von der ALPHAVISION (moderiert von Aline Baumann) und von ERF Medien (moderiert von Ruedi Josuran) produziert. Das Magazin wird redaktionell von der Alphavision, der Talk von ERF Medien verantwortet. Ideelle Trägerin des Projektes ist die Stiftung Christliches Fernsehen.

Lesen Sie im aktuellen ideaSpektrum ein ausführliches Interview mit Nachfolger Mike Bischoff.

Mehr zum Thema:

Interview mit Jürgen Single: „20 Jahre Fenster zu Gott“

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