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Horst Marquardt
11. Juli 2019

Pionier der evangelikalen Publizistik: Ich bin von Grund auf dankbar

Der Theologe, Journalist und Mitbegründer mehrerer evangelikaler Werke, Horst Marquardt. Foto: Lothar Rühl
Der Theologe, Journalist und Mitbegründer mehrerer evangelikaler Werke, Horst Marquardt. Foto: Lothar Rühl

Wetzlar (idea) – Die Entwicklung der christlichen Landschaft gibt Grund zur Dankbarkeit, aber auch zur Trauer. Diese Ansicht vertrat der Theologe, Journalist und Mitbegründer mehrerer evangelikaler Werke, Horst Marquardt (Minden), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Am 14. Juli vollendet er sein 90. Lebensjahr. Er sehe an einigen Stellen geistliche Aufbrüche, die auch andere ansteckten, sagte Marquardt. Zugleich mache es ihn „unendlich traurig, dass an anderen Stellen eigentlich nichts läuft außer den traditionellen Veranstaltungen“. Wenn etwa Pfarrer für zwölf oder mehr Orte zuständig seien, könne das nicht gutgehen. Ihn wunderten ebenso „die riesigen Kirchenämter, in denen die Kirchenleitungen sitzen“. Hier sei fraglich, ob man diese wirklich brauche. „Das Entscheidende läuft doch vor Ort in der Gemeinde“, so Marquardt. Seine persönliche Lebensbilanz falle positiv aus: „Ich bin von Grund auf dankbar.“

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Vom Nazi zum Christen: Ein bewegtes Leben

Er wuchs in einem christlichen Elternhaus auf, wurde aber erst spät Christ. Er sei durch Adolf Hitler verdorben worden und ein „begeisterter Nazi“ gewesen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs habe er sich dem Kommunismus zugewandt. In „einer Stunde großer Ratlosigkeit“ habe der Bibelvers „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast“ (Timotheus 3,14) eine Wende in seinem Leben bewirkt. Nach einem Theologiestudium leitete er als Methodistenpastor Gemeinden in Berlin und Wien. Ab 1960 baute er den Evangeliums-Rundfunk (heute ERF Medien) in Wetzlar auf und leitete ihn bis 1993. 1970 gründete er die Evangelische Nachrichtenagentur idea, 1975 rief er die Konferenz Evangelikaler Publizisten (KEP – heute Christliche Medieninitiative pro) ins Leben. Außerdem leitete er von 1999 bis 2017 den Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF). Marquardt war 62 Jahre verheiratet. Seine Ehefrau Irene starb 2017 im Alter von 88 Jahren. Marquardt hat vier Kinder, zehn Enkel und zwei Urenkel. Seit 2018 veröffentlicht er auf seiner eigenen Internetseite – „Marquardts Bilanz“ – geistliche Impulse. Für Christen, die heute in der Medienbranche arbeiten, ist ihm zufolge die Berufung das entscheidende Kriterium. „Wer in die christlichen Medien geht, muss nicht nur Recherchieren, Schreiben oder Moderieren können, sondern muss wissen, dass Gott ihn an dieser Stelle braucht“, so Marquardt. Wenn Gott nicht seinen Segen gebe und Türen und Herzen öffne, sei alle Arbeit vergeblich.

Das ausführliche Interview mit Horst Marquardt finden Sie hier.

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