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Vergebung in der Online-Kultur
12. Februar 2020

Kirche und Ex-Präsidentin wählen Emoji für Vergebung

Symbolbild: pixabay.com (Gino Crescoli)
Symbolbild: pixabay.com (Gino Crescoli)

Helsinki (kath.ch/kna) - Die Suche nach einem Emoji für Vergebung geht auf die Zielgerade: Wie die Evangelisch-Lutherische Kirche von Finnland mitteilte, hat die ehemalige finnische Präsidentin Tarja Halonen einen Siegerentwurf aus mehreren Hundert Vorschlägen im Rahmen der Kampagne "Forgivemoji" ausgewählt.

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Das ausgewählte Emoji zeige zwei Hände, die vor einem Herz-Hintergrund ein Daumen-hoch-Zeichen geben, heisst es weiter: "Das Design unterstreicht die positive emotionale Seite und die friedensfördernde Wirkung von Vergebung." Emojis heissen die bunten Symbole, die sehr beliebt sind, um zum Beispiel in SMS-Kurznachrichten, WhatsApp-Botschaften oder auf Twitter längere Begriffe zu ersetzen.

Platz für Fehlereingeständnisse

"Das derzeitige Diskussionsklima kann oft sehr polarisiert sein", sagte Halonen. Sie wünsche sich für Online-Gespräche mehr Einfühlungsvermögen, Moderation und die Bereitschaft, seine Fehler einzugestehen: "So wie Emojis heutzutage ein untrennbares Element der Kommunikation zwischen Menschen sind, so braucht die Welt ein Emoji, das sagt: Ich vergebe dir."

Finnland habe ein hohes Ansehen sowohl in der Friedensförderung als auch in der Technologie, betonte Halonen weiter. Die Forgivemoji-Kampagne vereine diese beiden finnischen Stärken: "Ich hoffe, dass meine Teilnahme an dieser Kampagne dazu beiträgt, dass das Vergebungs-Emoji in den offiziellen Emoji-Ordner aufgenommen wird."

Frühestens ab 2021

Die globale Forgivemoji-Kampagne war Ende 2019 in Finnland gestartet worden, weil bisher keines der mehr als 3000 offiziellen Emojis Vergebung symbolisiert. Initiator war Tuomo Pesonen, der Kommunikationsdirektor der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands. Als frühestmögliches Datum für die öffentliche Verfügbarkeit des neuen Emojis gibt die Kirche Ende 2021 an.