Sonntag • 21. April
Leipziger Buchmesse
24. März 2019

Zum Kernauftrag christlicher Literatur zurückkehren

Der Geschäftsführer des Katholischen Bibelwerkes, Winfried Kuhn, sprach bei einem Gottesdienst auf der Leipziger Buchmesse. Foto: idea/Schubert
Der Geschäftsführer des Katholischen Bibelwerkes, Winfried Kuhn, sprach bei einem Gottesdienst auf der Leipziger Buchmesse. Foto: idea/Schubert

Leipzig (idea) – Der christliche Büchermarkt braucht wieder mehr Literatur, die zum Gebet anleitet und ermutigt. Davon ist der Geschäftsführer des Katholischen Bibelwerkes, Winfried Kuhn (Stuttgart), überzeugt. Er sprach am 24. März in einem Gottesdienst für Aussteller und Journalisten auf der Leipziger Buchmesse vor rund 40 Teilnehmern. Ihm zufolge halten sich Autoren, Händler und Verlage heute öfters mit christlichen Buchinhalten zurück. Dabei sei das ihr Kernauftrag. Ein Grund dafür ist ihm zufolge, dass es schwieriger geworden ist, Menschen vom Evangelium zu erzählen. Das beginne bei der Sprache: „Unter ‚Sünde’ versteht man heute eher das zusätzliche Stück Torte“, so Kuhn. Aber auch in Kirchen und Gemeinden nehme er aktuell eine starke Lethargie wahr: „Das Rezept dagegen ist, in den Gemeinden wieder mit- und füreinander zu beten.“ Die christliche Buchbranche wiederum könne mit ihren Produkten und ihrer Arbeit dabei unterstützen.

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Durau: Nicht mit den Wölfen heulen

Der Verlagsleiter der SCM-Verlagsgruppe, Hans-Werner Durau (Witten/Holzgerlingen), zog in seinem Impuls Parallelen zwischen der Passionsgeschichte Jesu und der aktuellen Situation in Deutschland. Bereits damals sei das Volk durch Interessenvertreter gelenkt und instrumentalisiert worden. So habe sich der Hohepriester an der Begeisterung für Jesus bei dessen Einzug in Jerusalem gestört und sich aus Angst vor Machtverlust gegen ihn gestellt. „Auch heute erleben wir, wie die Wahrheit verdreht wird, um die Bevölkerung hinter sich zu bringen – am linken wie am rechten Rand“, so Durau. Ihm zufolge ist darum nicht Alkohol, sondern eine Empörungsstimmung die Gefahr der „Bier- und Stammtische dieser Welt“. Nachfolge Jesu heiße, „nicht mit den Wölfen zu heulen oder selbst zum Wolf zu werden, sondern kluge gerechte und geistliche Wege zu suchen“. Die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) organisiert seit 2010 den Gottesdienst zur Buchmesse. Eingeladen hatte auch in diesem Jahr die Vereinigung Evangelischer Buchhändler und Verleger (Bielefeld) in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Medienverband (München). Auf der „Leseinsel Religion“ waren während der Buchmesse vom 21. bis 24. März auch christliche Verlage und Verbände vertreten.

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